Alexis de Tocqueville: „Über die Demokratie in Amerika“
摘要
Mit „Demokratie“ meinte die ältere Staatsformenlehre eine Direktdemokratie in kleinen Staaten. Mit dem Aufstieg der Demokratie in den Vereinigten Staaten von Amerika änderte sich das. Nun begann ein Experiment, wie es die Welt noch nicht gesehen hatte: die Demokratisierung eines großen Flächenstaates. Dass dieses Ereignis den Demokratiediskurs ändern würde, lag auf der Hand. Davon zeugt allein der Wandel im politischen Sprachgebrauch seit Ende des 18. Jahrhunderts: Demokratie wurde „aus einem Wort der Gelehrtensprache zu einem gebräuchlichen (obgleich weiterhin heftig umkämpften) politischen Begriff, der zur Selbstdarstellung politischer Strömungen und Kennzeichnung von Verfassungsinstitutionen diente und vereinzelt auch schon in Staatsurkunden auftauchte. Sprachgebrauch und Inhalt erweiterten sich derart, „daß ‚Demokratie‘ jetzt immer mehr über seinen ursprünglichen verfassungspolitischen Sinn, die Kennzeichnung der Staatsform, hinauswuchs und allgemeinere soziale und geschichtsphilosophische Gehalte in sich aufnahm.“ Davon zeugen auch neue Wortverbindungen wie ‚christliche Demokratie‘ oder ‚Sozial-Demokratie‘ (Meier et al. 1972, S. 847–848).