Montesquieu: Absolutismuskritik und Gewaltenbalance
摘要
Aufklärungsphilosophie, Kritik geburtsständischer Privilegienordnung und Ablehnung absolutistischer Herrschaft spielten nicht nur im englischsprachigen Kulturkreis eine bedeutende Rolle, sondern auch im kontinentaleuropäischen Denken. Wie John Locke kritisierte beispielsweise Montesquieu die absolutistische Herrschaft, gleichviel ob diese im despotischen oder monarchischen Gewande auftrat. Montesquieu, so die Kurzform für Charles-Louis de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu (1689–1755), gehört wie Locke zu den Denkern, auf die sich die Mitstreiter im Unabhängigkeitskampf der englischen Kolonien in Nordamerika und die Architekten einer Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika beriefen. Und mit seinem 1748 veröffentlichten Lebenswerk De l’Esprit des Loix – Vom Geist der Gesetze, so der Titel der Übersetzung in die deutsche Sprache, seiner viel beachteten „Gesamtschau der politisch-sozialen Welt“ (Falk 2001, S. 49), seinem „Meisterwerk“ (Shklar 1987, S. 49), setzt Montesquieu Maßstäbe für das politische Denken und die vergleichende, institutionelle wie kulturelle Bedingungen gleichermaßen bedenkende Beobachtung von Staaten und Gesellschaften überhaupt.