Rechtspopulismus und Demokratie
摘要
Die Parteiensysteme der Demokratien haben sich tiefgreifend verändert. Manche Parteien haben an Bedeutung zunächst weiter hinzugewonnen, später aber wieder verloren. Die Mitte-links Parteien sozialdemokratischer Prägung und die Mitte-Rechts-Parteien christdemokratischer oder nicht-religiöser Ausrichtung zählen hierzu ebenso wie die liberalen und kommunistischen Strömungen (Caramani 2023b, S. 261). Neue Parteien sind dafür hinzugekommen – unter ihnen grün-ökologische Formationen. Beflügelt hat sie der als „Stille Revolution“ bezeichnete Wertewandel von den materialistischen zu den sozial-liberalen und postmaterialistischen Wertorientierungen (Inglehart 1977). Gewandelt hatten sich die Werte im Zuge steigenden Wohlstands und zunehmender Bildungschancen vor allem seit Ende der 1960er, Anfang der 1970er-Jahre. Von tiefgreifendem Wandel zeugt auch der Aufstieg einer neuen Parteiformation: ein linker Populismus, vor allem im SüdenEuropas und ein Rechtspopulismus, der eher in der Mitte und im Norden Europas zuhause ist (Manow 2018). Von ihm berichtet dieses Kapitel.