Der Ukraine-Konflikt und die Türkei: Ein dreifacher Drahtseilakt
摘要
Dieser Artikel zielt darauf ab, die Politik der Türkei während des Ukraine-Konflikts zu erläutern. Die Hauptaussage des Artikels ist, dass die Türkei einen dreifachen Balanceakt zwischen Russland, dem Westen und der Ukraine verfolgte. In dem Artikel wird ferner davon ausgegangen, dass eine Reihe von Faktoren dazu beitrugen, dass die Türkei während des Konflikts eine unparteiische Politik verfolgte. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem die sich abzeichnende multipolare internationale Ordnung, die pragmatische Haltung der Regierung der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (Adalet ve Kalkınma Partisi, AKP) in Bezug auf ihre Beziehungen zum Westen, die Verschlechterung der Beziehungen der Türkei zum Westen im Gegensatz zur wachsenden Bedeutung Russlands in der türkischen Außenpolitik im letzten Jahrzehnt und das Bewusstsein für die Bedeutung der Ukraine als Gegengewicht zu Russland. Durch ihre Vermittlerrolle konnte die Türkei einige Male die Krise um den Getreidehandel schlichten und einen Gefangenenaustausch zwischen den Kriegsparteien erreichen. Im Gegensatz dazu gelang es ihr nicht, eine Verhandlungslösung für den Ukraine-Konflikt zu finden. Dank ihrer unparteiischen Rolle in diesem Konflikt konnte die Türkei wirtschaftliche und politische Vorteile erzielen.