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Aschenputtel und Schneewittchen zwischen Reproduktion und Neukonstruktion

  • Katharina Herde

摘要

Filmmärchen verbildlichen nicht einfach klassische Märchenstoffe. Sie erzählen ihre eigenen Versionen, wofür sie medienspezifische Ausdrucksmittel nutzen. Aus dem oralen oder literarischen Märchen wird ein audio-visuelles. Aber nicht nur die Ausdrucksebene wechselt. Auch die Inhalte werden verändert. Wie jedes mediale Produkt verweist auch das Filmmärchen auf seine jeweilige Entstehungszeit, spiegelt Normen und Werte der Gesellschaft, aus der es stammt. Es kontextualisiert und ist gleichzeitig nicht losgelöst von den vorangegangenen Versionen der Geschichten. Es greift Handlungsepisoden, Figurenkonstellationen und Motive auf und schafft auf dieser Grundlage etwas Neues. Das Filmmärchen reproduziert und konstruiert ein Märchen simultan neu. Es hält die alten Geschichten am Leben, indem es über Modernisierungen neue Anknüpfungspunkte für die Rezipient:innen schafft, und muss sich dennoch der Kritik stellen, immer nur dasselbe zu erzählen. In diesem Kapitel wird allgemein auf die Ausgestaltung der Filmmärchen eingegangen, um die zu Beginn aufgeworfene Frage nach dem Umgang moderner US-amerikanischer Realverfilmungen mit klassischen europäischen Märchenstoffen zu beantworten. Die Prozesse von Reproduktion und Neukonstruktion werden dazu auf einer die Filmauswahl umspannenden Makro-Ebene zusammengebracht. Anschließend werden die Anknüpfungspotenziale der Filmmärchen für die jugendliche Identitätsarbeit betrachtet. Das Kapitel endet mit abschließenden Überlegungen zum Filmmärchen und seiner pädagogischen Relevanz sowie weiteren potenziellen Ansätzen zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit eben diesen. Weiterhin wird das filmanalytische Vorgehen dieser Arbeit reflektiert.