Nutzenstiftung von künstlicher Intelligenz bei kardialen Notfällen
摘要
Kardiale Ereignisse gehören zu den wichtigsten Gründen präklinischer Interventionen und schweizweit zu den häufigsten Todesursachen bei Menschen. In diesem Kontext vermag künstliche Intelligenz bei zwei wesentlichen Prozessschritten zu unterstützen: beim Erkennen des ursächlichen Notfalls sowie bei der darauf basierenden Disposition präklinischer Ressourcen. KI ist in der Lage, Notrufgespräche nahezu in Echtzeit zu transkribieren, von einer Sprache in eine andere zu übersetzen und Schlüsselbegriffe zu detektieren, die von der anrufenden Person genannt werden. Auf Basis dieser Begriffe wird die Symptomatik des geschilderten Notfalls expliziert, die spezifische Hinweise für oder gegen das Vorliegen eines kardialen Ereignisses enthält. Ausserdem antizipiert KI zukünftige präklinische Interventionen örtlich, worauf Rettungsfahrzeuge prophylaktisch in der Nähe der prädizierten Einsatzorte positioniert werden können. Im Falle tatsächlich eintreffender Notfallereignisse verkürzt sich dadurch idealerweise die Hilfsfrist für das betroffene Individuum. Kürzere Interventionszeiten erhöhen gleichzeitig die generelle Verfügbarkeit präklinischer Ressourcen, wovon das Kollektiv implizit profitiert. Gegenwärtig ist die KI im präklinischen Umfeld als eine zur menschlichen Kognition komplementäre Technologie zu verstehen. Insbesondere bei der sozialen Interaktion während eines Notrufs bleiben Mitarbeitende von Notrufzentralen vorerst unersetzlich. Für autonomes Handeln der KI wären zudem sowohl technische Verfeinerungen notwendig als auch ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen zu klären.