Faktenchecks: Investigative Wissenschaft
摘要
Mehrfach ist das Problem der wissenschaftlichen Komplexität angesprochen worden. Die Erfolge der Simplifizierungsbranche legen nun die Frage nahe, ob Wissenschaft nicht unterhaltsamer sein müsste. Die Antwort ist offensichtlich: Nein und Ja. Nein, weil Komplexität ein Teil des Gesellschaftsvertrages einer Bildungsrepublik ist – eine Übertragung der Aufgabe, sich unverständlichen und scheinbar unlösbaren Problemen zu widmen. Das deutet sich immer wieder an, wenn Nobelpreise für Forschungen vergeben werden, von denen kaum jemand je gehört hat, siehe mRNA. Andererseits kann, was die seltsamen Weissagungen und enzyklopädischen Ansprüche von selbst ernannten Medienintellektuellen und ihren Multiplikatoren angeht, nur Wissenschaft korrigieren. Es würde eine durchaus unterhaltsame Detektivarbeit, wie sie in diesem Kapitel an einer Reihe von Themen durchgespielt wird: Neuro-Ökonomie, die verkürzte Kausalität von Testosteron und Finanzkrisen und das soziologische Konzept der Gentrifizierung der Arbeits- und Lebenswelten. Es sind Themen, die vor Jahren schon bedeutsam waren, und die vor Jahren tatsächlich durch „investigative“ Recherchen schon zurechtgerückt wurden. Ein unterhaltsames Genre.