Das Kapitel „Rekonstruktion“ bildet den empirischen Kern der zweiten Teilstudie. Vorgestellt werden die forschungsmethodischen und -methodologischen Grundlagen der empirischen Studie (Ethnographie, Grounded Theory und Sequenzanalyse) sowie die zentralen Fallanalysen aus der untersuchten Kinderschutzpraxis. Die empirische Rekonstruktion verfolgt, wie die gesamte Arbeit, zwei Zielsetzungen. Sie dient zum einen der empirischen Aufklärung sozialpädagogischer Subjekt- und Adressierungspraktiken – also jener Praktiken, über die Subjektformierungen anhand sozialer Normen performativ (re)produziert werden. Hierzu werden Praktiken im Kinderschutz in Verantwortung des Allgemeinen Sozialen Dienstes rekonstruiert und anhand spezifischer Rahmungen innerhalb der Logik der untersuchten Praxis kontextualisiert. Rekonstruiert wird so anhand der untersuchten Kinderschutzpraxis, welche Bedeutung soziale Normen im Kinderschutz haben, wie konkrete soziale Normen und normative Ordnungen in Dokumenten, Organisationsabläufen, internen Besprechungen, Briefen und Hausbesuchen als gültig erklärt und wie darüber Fälle in spezifischer Weise konstruiert werden. Zum anderen wird dabei zugleich der erarbeitete theoretische Ansatz – die Heuristik aus dem vorangegangenen Kapitel – empirisch angereichert und so zu einem gegenstandsverankerten theoretischen Konzept von Subjekt- und Adressierungspraktiken in sozialpädagogischen Praxen weiterentwickelt.

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Rekonstruktion

  • Julian Sehmer

摘要

Das Kapitel „Rekonstruktion“ bildet den empirischen Kern der zweiten Teilstudie. Vorgestellt werden die forschungsmethodischen und -methodologischen Grundlagen der empirischen Studie (Ethnographie, Grounded Theory und Sequenzanalyse) sowie die zentralen Fallanalysen aus der untersuchten Kinderschutzpraxis. Die empirische Rekonstruktion verfolgt, wie die gesamte Arbeit, zwei Zielsetzungen. Sie dient zum einen der empirischen Aufklärung sozialpädagogischer Subjekt- und Adressierungspraktiken – also jener Praktiken, über die Subjektformierungen anhand sozialer Normen performativ (re)produziert werden. Hierzu werden Praktiken im Kinderschutz in Verantwortung des Allgemeinen Sozialen Dienstes rekonstruiert und anhand spezifischer Rahmungen innerhalb der Logik der untersuchten Praxis kontextualisiert. Rekonstruiert wird so anhand der untersuchten Kinderschutzpraxis, welche Bedeutung soziale Normen im Kinderschutz haben, wie konkrete soziale Normen und normative Ordnungen in Dokumenten, Organisationsabläufen, internen Besprechungen, Briefen und Hausbesuchen als gültig erklärt und wie darüber Fälle in spezifischer Weise konstruiert werden. Zum anderen wird dabei zugleich der erarbeitete theoretische Ansatz – die Heuristik aus dem vorangegangenen Kapitel – empirisch angereichert und so zu einem gegenstandsverankerten theoretischen Konzept von Subjekt- und Adressierungspraktiken in sozialpädagogischen Praxen weiterentwickelt.