Einleitung
摘要
Bereits 1988 schrieb André Gorz eine „Arbeitsideologie“ (ebd.) aus, die sich aus einer ‚moralischen Pflicht‘ zur Erwerbsarbeit und der gesellschaftlichen Abwertung von Gesellschaftsmitgliedern, die „wenig oder nicht arbeiten“ (ebd.), speist. Mit der Einführung der sogenannten Hartz-Reformen, gefasst im „vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ und umgesetzt im SGB II, hat diese ‚Arbeitsideologie‘ sich materialisiert, denn arbeitsideologische Leitlinien stellen die Grundlage für Gesetzesänderungen im Rahmen der Agenda 2010 und eine damit einhergehende verstärkte staatliche Kontrolle von Erwerbslosen dar. Dabei stehen die Arbeitsmarktreformen im Kontext einer sozialstaatlichen Umstrukturierung verschiedener Sozialpolitikfelder, in deren Zuge der Sozialstaat seit Mitte der 1990er Jahre in der Rhetorik des „Förderns und Forderns“ nicht mehr in erster Linie als versorgender Staat auftritt, sondern (arbeits)ideologische Prämissen setzt, indem beispielsweise die Leistungsgerechtigkeit dem Solidarprinzip vorgezogen wird.