Bevor sich das Fernsehen in Deutschland als Massenmedium etablierte, berichtete die Wochenschau im Kino-Vorprogramm über sportliche Ereignisse in laufenden Bildern. Die Sportreportagen – von Leichtathletik, Motorsport, Reiten über Eiskunstlauf, Fußball bis Boxen – waren beim Publikum besonders beliebt. Boxen galt als eine der wichtigsten Sportarten – regelmäßig wurden kurze Ausschnitte mit Höhepunkten von nationalen und internationalen Kämpfen gezeigt. Es ging maßgeblich darum, den Zuschauer_innen ein Gefühl des Dabeiseins zu vermitteln, unter anderem durch Geräusche wie Rufe, Pfiffe und das Raunen des Publikums, die von der Wochenschau vor Ort aufgenommen und dem Film nachträglich unterlegt wurden. Der packende Sprechduktus des Off-Kommentars hat sich bis ins heutige Fernsehen erhalten. Der Filmschnitt brachte Totalen vom Boxring und Nahaufnahmen vom K. o. und von den begeisterten Gesichtern der Boxfans mitreißend zusammen. Durch personelle Kontinuitäten wurden stilistische Konventionen, zum Beispiel der Kameraführung, aus der Kriegswochenschau übernommen. Der Beitrag beschreibt die Ästhetik und ihre Kontinuitäten und legt die Relevanz der Wochenschauarbeit für die Vermittlung des Boxsports in den 1950er-Jahren dar.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Große Kämpfe in kurzen Berichten. Boxsport in der westdeutschen Kinowochenschau der 1950er-Jahre

  • Sigrun Lehnert

摘要

Bevor sich das Fernsehen in Deutschland als Massenmedium etablierte, berichtete die Wochenschau im Kino-Vorprogramm über sportliche Ereignisse in laufenden Bildern. Die Sportreportagen – von Leichtathletik, Motorsport, Reiten über Eiskunstlauf, Fußball bis Boxen – waren beim Publikum besonders beliebt. Boxen galt als eine der wichtigsten Sportarten – regelmäßig wurden kurze Ausschnitte mit Höhepunkten von nationalen und internationalen Kämpfen gezeigt. Es ging maßgeblich darum, den Zuschauer_innen ein Gefühl des Dabeiseins zu vermitteln, unter anderem durch Geräusche wie Rufe, Pfiffe und das Raunen des Publikums, die von der Wochenschau vor Ort aufgenommen und dem Film nachträglich unterlegt wurden. Der packende Sprechduktus des Off-Kommentars hat sich bis ins heutige Fernsehen erhalten. Der Filmschnitt brachte Totalen vom Boxring und Nahaufnahmen vom K. o. und von den begeisterten Gesichtern der Boxfans mitreißend zusammen. Durch personelle Kontinuitäten wurden stilistische Konventionen, zum Beispiel der Kameraführung, aus der Kriegswochenschau übernommen. Der Beitrag beschreibt die Ästhetik und ihre Kontinuitäten und legt die Relevanz der Wochenschauarbeit für die Vermittlung des Boxsports in den 1950er-Jahren dar.