Ausgehend von zwei Filmdokumenten aus dem Jahr 1931, die das internationale Wehrsport-Treffen bei der in Wien ausgetragenen 2. Arbeiter-Olympiade der Sozialistischen Arbeiter-Sport-Internationale (SASI) sowie Ausscheidungswettkämpfe des Republikanischen Schutzbunds zum Wehrsport-Treffen zeigen, widmet sich der Beitrag spezifischen Formen filmisch-dokumentarischer Repräsentationen von politischen Sportgroßereignissen der Zwischenkriegszeit. Am Beispiel des Wehrturnens, als Ausdruck explizit politisierter Sportkonzepte dieser Jahre, geht der Beitrag dem Verhältnis von sportlichem Ereignis und filmischer Darstellung sowie jenem der Repräsentation von Sportkörpern und von politischer Bewegung nach. Ein zentrales Motiv ist dabei das Moment der Selbstvergewisserung, durch das das Turnen und der Sport als Schulung für den Kampf, für die Ausübung der Herrschaft und als Pflicht, Schützer_in und Wahrer_in aller Rechte und Freiheiten des Proletariats zu sein, in Szene gesetzt werden. Dass ein solcher Kampf – gegen den Faschismus – in dieser Form schließlich nie geführt werden sollte, verweist auf filmische Leerstellen dieser visuellen (Erinnerungs-)Medien.

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„Gegen Faschismus!“ Zur filmischen Repräsentation des Arbeiterwehrsports in der Zwischenkriegszeit

  • Christian Dewald,
  • Georg Spitaler

摘要

Ausgehend von zwei Filmdokumenten aus dem Jahr 1931, die das internationale Wehrsport-Treffen bei der in Wien ausgetragenen 2. Arbeiter-Olympiade der Sozialistischen Arbeiter-Sport-Internationale (SASI) sowie Ausscheidungswettkämpfe des Republikanischen Schutzbunds zum Wehrsport-Treffen zeigen, widmet sich der Beitrag spezifischen Formen filmisch-dokumentarischer Repräsentationen von politischen Sportgroßereignissen der Zwischenkriegszeit. Am Beispiel des Wehrturnens, als Ausdruck explizit politisierter Sportkonzepte dieser Jahre, geht der Beitrag dem Verhältnis von sportlichem Ereignis und filmischer Darstellung sowie jenem der Repräsentation von Sportkörpern und von politischer Bewegung nach. Ein zentrales Motiv ist dabei das Moment der Selbstvergewisserung, durch das das Turnen und der Sport als Schulung für den Kampf, für die Ausübung der Herrschaft und als Pflicht, Schützer_in und Wahrer_in aller Rechte und Freiheiten des Proletariats zu sein, in Szene gesetzt werden. Dass ein solcher Kampf – gegen den Faschismus – in dieser Form schließlich nie geführt werden sollte, verweist auf filmische Leerstellen dieser visuellen (Erinnerungs-)Medien.