Der chinesischsprachige Kungfu-Film ist auf den ersten Blick nicht als audiovisuelle Repräsentation von Sport zu verstehen: Sportlicher Wettkampf auf der Grundlage eines vorgegebenen Regelwerks findet nur in Ausnahmefällen statt. Auch die häufige Unterscheidung von Kampfkunst und Kampfsport scheint dagegen zu sprechen. Dennoch gibt es naheliegende Gründe für eine Betrachtung des Kungfu-Films sowie seiner Weiterentwicklungen im Kontext audiovisueller Repräsentation von Sport. Erstens weist der Kungfu-Film oft eine Dramaturgie auf, die der des Sportfilmgenres vergleichbar ist. Zweitens ist der Kungfu-Film ein performatives Genre, das maßgeblich von den athletischen Leistungen seiner Darsteller_innen lebt. Vor diesem Hintergrund betrachtet der Beitrag das Genre als Inszenierung sportlicher Leistungen unter Berücksichtigung daran anschließender Fragen der Authentizität von darbietendem Körper und dargebotener Leistung, die nicht selten zu einer Verquickung von Darsteller_innen und Rollen führen.

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Dramaturgie, Körper und Authentizität im Kungfu- und Martial-Arts-Film. Filmische Inszenierungen zwischen Kampfkunst und Kampfsport

  • Clemens von Haselberg

摘要

Der chinesischsprachige Kungfu-Film ist auf den ersten Blick nicht als audiovisuelle Repräsentation von Sport zu verstehen: Sportlicher Wettkampf auf der Grundlage eines vorgegebenen Regelwerks findet nur in Ausnahmefällen statt. Auch die häufige Unterscheidung von Kampfkunst und Kampfsport scheint dagegen zu sprechen. Dennoch gibt es naheliegende Gründe für eine Betrachtung des Kungfu-Films sowie seiner Weiterentwicklungen im Kontext audiovisueller Repräsentation von Sport. Erstens weist der Kungfu-Film oft eine Dramaturgie auf, die der des Sportfilmgenres vergleichbar ist. Zweitens ist der Kungfu-Film ein performatives Genre, das maßgeblich von den athletischen Leistungen seiner Darsteller_innen lebt. Vor diesem Hintergrund betrachtet der Beitrag das Genre als Inszenierung sportlicher Leistungen unter Berücksichtigung daran anschließender Fragen der Authentizität von darbietendem Körper und dargebotener Leistung, die nicht selten zu einer Verquickung von Darsteller_innen und Rollen führen.