Neue Politische Ökonomie
摘要
Die Neue Politische Ökonomie (NPÖ) verfolgt das Ziel, politische Prozesse vor allem mithilfe wirtschaftswissenschaftlicher Methoden und Modellen zu verstehen und zu erklären. In finanzwissenschaftlichen Lehrbüchern ist sie die dominierende Perspektive auf Politik und Verwaltung (Blankart, 2006). Auch in der Politikwissenschaft hat sie sich als zentrale theoretische Perspektive fest etabliert (Dehling & Schubert, 2011; Holzinger, 2009). Die NPÖ besticht durch ihre theoretische Stringenz und Prognosefähigkeit, weist aber zumindest in ihren frühen Ansätzen nur begrenzte empirische Bezüge auf. Übertragen wurden diese ökonomischen Ansätze zunächst in der anglo-amerikanischen Politikwissenschaft. Ihr ging es um die Beschreibung von Akteurskonstellationen in meist stark institutionalisierten Kontexten, nicht um die normative Beurteilung von Akteurshandeln und -zielen (Schaal & Kaufmann, 2016, S. 227). Zur Hypothesenbildung kann aus institutionellen Anreizen – zumindest, wenn es für die Akteure in Hochkostensituationen wirklich um etwas geht (Marx & Tiefensee, 2015, S. 520) – auf das Verhalten der Akteure geschlossen werden, während der für die NPÖ maßgebliche Rational-Choice-Ansatz in einer weniger institutionalisierten Umwelt an Erklärungskraft verliert. Wesentlich für die empirische Sozialwissenschaft ist jedoch, dass diese Hypothesen empirisch überprüft werden müssen, da von theoretisch abgeleiteten Einstellungen nicht auf eine tatsächliche „kausale Wirksamkeit“ (Marx & Tiefensee, 2015, S. 522) geschlossen werden sollte.