Der Beitrag untersucht Scham in Geburtssituationen in drei Schritten. Zuerst werden drei Probleme in gängigen Phänomenologien der Scham aufgewiesen, die es schwierig machen, sie auf Geburtssituationen anzuwenden. Es handelt sich um die Problemkreise von Selbstachtung, Sozialität und Machtstrukturen. Mithilfe von Hilge Landweers Untersuchung Scham und Macht. Phänomenologische Untersuchungen zur Sozialität eines Gefühls werden Lösungen vorgeschlagen. Zweitens geht es um Scham in Geburtssituationen im Lichte der gewonnenen Einsichten. Die Situation der Geburt weist mehrere Charakteristika auf, die zu Scham beitragen können – vor allem die Nacktheit der Gebärenden (die mehrere Dimensionen aufweist) und die komplexe Sozialität der Geburtssituation. Die vielschichtige Unvorhersehbarkeit der Situation und die Unbeständigkeit der Emotionen tragen weiter zum Schamrisiko bei. Untersuchungen dieser Verbindungen können helfen, die kommunikativen Bedürfnisse der Gebärenden besser zu verstehen. Im dritten Schritt werden praktische Implikationen für die Gebärende und das Pflegepersonal reflektiert.

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Scham in Geburtssituationen

  • Tanja Stähler

摘要

Der Beitrag untersucht Scham in Geburtssituationen in drei Schritten. Zuerst werden drei Probleme in gängigen Phänomenologien der Scham aufgewiesen, die es schwierig machen, sie auf Geburtssituationen anzuwenden. Es handelt sich um die Problemkreise von Selbstachtung, Sozialität und Machtstrukturen. Mithilfe von Hilge Landweers Untersuchung Scham und Macht. Phänomenologische Untersuchungen zur Sozialität eines Gefühls werden Lösungen vorgeschlagen. Zweitens geht es um Scham in Geburtssituationen im Lichte der gewonnenen Einsichten. Die Situation der Geburt weist mehrere Charakteristika auf, die zu Scham beitragen können – vor allem die Nacktheit der Gebärenden (die mehrere Dimensionen aufweist) und die komplexe Sozialität der Geburtssituation. Die vielschichtige Unvorhersehbarkeit der Situation und die Unbeständigkeit der Emotionen tragen weiter zum Schamrisiko bei. Untersuchungen dieser Verbindungen können helfen, die kommunikativen Bedürfnisse der Gebärenden besser zu verstehen. Im dritten Schritt werden praktische Implikationen für die Gebärende und das Pflegepersonal reflektiert.