Bildung wird nachgefragt, wenn der Nutzen der Bildung die daraus folgenden Kosten übersteigt. Als Kosten fallen die direkten Kosten der Ausbildung sowie die indirekten Kosten in Form von entfallenden Arbeitseinkommen während der Ausbildung an. Nutzen der Ausbildung sind höhere Arbeitseinkommen, geringere Arbeitslosigkeitsrisiken und höhere Arbeitszufriedenheit. Bildung hat sicherlich auch eine gesellschaftliche Komponente: In einer gebildeten Gesellschaft werden bessere kollektive Entscheidungen getroffen als in einer ungebildeten, Kriminalität nimmt ab oder mehr Gesundheits- und Umweltbewusstsein entsteht. Die Humankapitaltheorie diskutiert, ob neben betriebsspezifischen Qualifikationen auch berufsfachliche Kompetenzen vom Arbeitgeber mitfinanziert werden. Screening und Signaling im Bildungsmarkt meint, dass sich produktivere Arbeitskräfte durch den Abschluss eines Studiums/einer Ausbildung von unproduktiveren glaubhaft abheben können. Aus ökonomischer Sicht sind bei Bildung die für ein öffentliches Gut konstitutiven Merkmale der Nicht-Rivalität und der Nicht-Ausschließbarkeit wenig zutreffend, verteilungspolitische Argumente und der Wunsch nach Startchancengerechtigkeit machen viel eher eine staatliche Bereitstellung plausibel. Die Qualität der Schulen bzw. die Kompetenzen der Schüler im internationalen Vergleich (PISA-Test u. a.), die soziale Herkunft als Determinante schulischen Erfolgs und Studiengebühren waren wichtige Felder der deutschen bildungspolitischen Debatte in den letzten beiden Dekaden.

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Bildungspolitik

  • Thomas Wein

摘要

Bildung wird nachgefragt, wenn der Nutzen der Bildung die daraus folgenden Kosten übersteigt. Als Kosten fallen die direkten Kosten der Ausbildung sowie die indirekten Kosten in Form von entfallenden Arbeitseinkommen während der Ausbildung an. Nutzen der Ausbildung sind höhere Arbeitseinkommen, geringere Arbeitslosigkeitsrisiken und höhere Arbeitszufriedenheit. Bildung hat sicherlich auch eine gesellschaftliche Komponente: In einer gebildeten Gesellschaft werden bessere kollektive Entscheidungen getroffen als in einer ungebildeten, Kriminalität nimmt ab oder mehr Gesundheits- und Umweltbewusstsein entsteht. Die Humankapitaltheorie diskutiert, ob neben betriebsspezifischen Qualifikationen auch berufsfachliche Kompetenzen vom Arbeitgeber mitfinanziert werden. Screening und Signaling im Bildungsmarkt meint, dass sich produktivere Arbeitskräfte durch den Abschluss eines Studiums/einer Ausbildung von unproduktiveren glaubhaft abheben können. Aus ökonomischer Sicht sind bei Bildung die für ein öffentliches Gut konstitutiven Merkmale der Nicht-Rivalität und der Nicht-Ausschließbarkeit wenig zutreffend, verteilungspolitische Argumente und der Wunsch nach Startchancengerechtigkeit machen viel eher eine staatliche Bereitstellung plausibel. Die Qualität der Schulen bzw. die Kompetenzen der Schüler im internationalen Vergleich (PISA-Test u. a.), die soziale Herkunft als Determinante schulischen Erfolgs und Studiengebühren waren wichtige Felder der deutschen bildungspolitischen Debatte in den letzten beiden Dekaden.