Theoretischer Bezugsrahmen
摘要
In diesem Kapitel wird ein heuristischer Analyserahmen entwickelt, der eine theoriegeleitete Bearbeitung des zentralen Forschungsanliegens ermöglicht. Hierzu wird auf den handlungs- bzw. akteurtheoretischen Ansatz und das darin konzeptualisierte Wechselverhältnis von sozialen Strukturen und sozialen Handlungen zurückgegriffen. Vor diesem Hintergrund wird zunächst der akteurtheoretische Ansatz mit seinen Grundannahmen und Grundbegriffen sowie deren Verknüpfung zum „Grundmodell der soziologischen Erklärung“ (Coleman, 1986; Esser, 1999; Schimank, 2016) erläutert (Abschn. 3.1), um durch dessen Übertragung auf den Sportkontext Sportverbände akteurtheoretisch zu konzeptualisieren (Abschn. 3.2). Für den vorliegenden Untersuchungszusammenhang lassen sich Sportverbände aufgrund ihrer Konstitutionsprinzipien und damit verbundener struktureller Besonderheiten und Funktionen sowie ihrer spezifischen, originären Handlungslogik in diesen Ansatz integrieren. Darüber hinaus kann auch die intermediäre Rolle von Sportverbänden im Spannungsverhältnis zwischen Mitgliedschafts- und Einflusslogik akteurtheoretisch modelliert werden. Anschließend erfolgt eine weiterführende Adaptation dieses heuristischen Bezugsrahmens im Hinblick auf eine Sequenzierung des komplexen Gesamtprozesses der Projekte, der intermediären Rolle von Sportverbänden sowie der Integration des Neokorporatismus-Ansatzes zu einem Mehr-Ebenen-Sequenz-Modell (Nagel, 2006; Klenk, 2011) (Abschn. 3.3). Damit wird eine detaillierte Analyse des Verbandshandelns vor der Folie der „Mitgliedschafts- und Einflusslogik“ (Streeck, 1994) ermöglicht. Das angepasste heuristische Analyse- und Erklärungsschema ermöglicht die Ableitung theoriegeleiteter konkreter Forschungsfragen und dient im weiteren Verlauf der fokussierten Bearbeitung der gewonnenen Daten sowie der Einordnung der Ergebnisse.