In diesem Kapitel analysieren wir unter anderem, wofür die Teilnehmer unserer Gruppendiskussionen in 24 Kommunen Geld ausgeben würden, wenn sie politisch entscheiden könnten. Die Antwort auf diese Frage fiel für viele typische Themen der öffentlichen Daseinsvorsorge eindeutig und unkritisch aus. Gesundheit, Bildung/Soziale Dienste, Wohnen, Sicherheit wurden weitgehend unkontrovers als wichtig bewertet – unabhängig vom Ort, in dem die Gruppendiskussion stattfand (Abschn. 6.1). Mehr politisches Konfliktpotenzial ergab sich bei anderen Themen (6.2), zu denen die Meinungen der Gruppen teils räumlich variierten, teils aber auch gruppenintern unterschiedliche Sichtweisen formuliert wurden. Hinsichtlich der weniger wichtigen Themen zeigte sich wieder mehr Einigkeit. Bemerkenswert war auch, dass die Teilnehmer der Gruppendiskussionen bereit waren, Themenfelder als politisches Anliegen zu priorisieren, die für andere wichtiger waren oder ihnen wichtiger schienen als für sie selbst. Dies betrifft v. a. politische Maßnahmen für das Wohnen, obwohl die Lage rund um das Wohnen häufig – v. a. in kleineren Orten – nicht als problematisch geschildert wurde. Dies sind sehr gute Voraussetzungen für die politische Kompromissfindung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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Politik für ein gutes Leben: lokale Gewichtungen von Themenfeldern

  • Astrid Lorenz,
  • Luisa Pischtschan

摘要

In diesem Kapitel analysieren wir unter anderem, wofür die Teilnehmer unserer Gruppendiskussionen in 24 Kommunen Geld ausgeben würden, wenn sie politisch entscheiden könnten. Die Antwort auf diese Frage fiel für viele typische Themen der öffentlichen Daseinsvorsorge eindeutig und unkritisch aus. Gesundheit, Bildung/Soziale Dienste, Wohnen, Sicherheit wurden weitgehend unkontrovers als wichtig bewertet – unabhängig vom Ort, in dem die Gruppendiskussion stattfand (Abschn. 6.1). Mehr politisches Konfliktpotenzial ergab sich bei anderen Themen (6.2), zu denen die Meinungen der Gruppen teils räumlich variierten, teils aber auch gruppenintern unterschiedliche Sichtweisen formuliert wurden. Hinsichtlich der weniger wichtigen Themen zeigte sich wieder mehr Einigkeit. Bemerkenswert war auch, dass die Teilnehmer der Gruppendiskussionen bereit waren, Themenfelder als politisches Anliegen zu priorisieren, die für andere wichtiger waren oder ihnen wichtiger schienen als für sie selbst. Dies betrifft v. a. politische Maßnahmen für das Wohnen, obwohl die Lage rund um das Wohnen häufig – v. a. in kleineren Orten – nicht als problematisch geschildert wurde. Dies sind sehr gute Voraussetzungen für die politische Kompromissfindung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.