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Gemeinsames Weltmachen: Kinder und ihre Gefüge im Anthropozän BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) als Lehren und Lernen mit Natur

  • Georg Rißler,
  • Gisela Unterweger,
  • Anja Sieber Egger

摘要

Der Beitrag steht im Kontext des Projektes NaturenKindheiten in Verhandlung: eine Ethnographie von Umwelt- und Naturbeziehungen im Kindergarten des Anthropozäns am Zentrum Kindheiten in Schule und Gesellschaft der Pädagogischen Hochschule Zürich (Gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds SNF, Abteilung 1 (Nr. 204986); Laufzeit 01.05.2022–31.12.2025; Leitung: Anja Sieber Egger und Gisela Unterweger. Forschungsteam: Felizitas Juen und Georg Rißler. Online unter: https://data.snf.ch/grants/grant/204986 [Stand: 10.10.2023]). Ausgehend vom als epochalem Wendepunkt diskutierten Anthropozän, setzen wir an Kritiklinien von als anthropozentrisch-subjektzentriert markierten Konzepten einer BNE und Umweltbildung an. Konfrontiert mit vor allem in den deutschsprachigen BNE- und Umweltbildungsdebatten bislang zögerlich aufgegriffenen posthumanistischen Implikationen der Anthropozändebatten, fragt der Beitrag nach Möglichkeiten pädagogischer Orte jenseits binärer Natur-Kultur-Trennungen und nach Möglichkeiten eines machtkritischen Einsatzes entsprechender Konzepte. Auf der Grundlage des für das Projekt zentralen neumaterialistisch-kindheitstheoretischen Konzepts der „Common Worlds“ (vgl. Taylor 2013), wird ein posthumanistischer, inklusiv-nicht-getrennter, Mensch-Kind-dezentrierender und dekolonial-machtkritischer Ansatz ins Zentrum gestellt. Dieser eröffnet die Möglichkeit eines Entwurfs von BNE als „learning to live ethically with difference […] in heterogenous worlds“ (Taylor 2013, S. 82). BNE kann daran anschließend als innerhalb gemeinsamer Welten sich vollziehendes Geschehen verstanden werden. Dieses ist weniger charakterisiert durch ein Lehren und Lernen in, über, von oder durch Natur, sondern durch ein Lehren und Lernen mit Natur inmitten von und durch gemeinsame Multispezies-Welten und artenübergreifenden Welterzeugungsprozessen. Der Beitrag stellt überblicksartig die Grundzüge einer solchen Konzeption vor und verfolgt das Ziel, das Common-Worlds-Konzept in die deutschsprachigen Diskussionen einzuführen und auf Implikationen für BNE zu befragen.