„ … dass wir den Mehrwert daran erkennen, was diese Vielfalt uns bietet“ – Religion als Referenzpunkt im Aufgabenbereich der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe
摘要
Die öffentliche Kinder- und Jugendhilfe spielt mit ihrer rechtlichen, jugendpolitischen und administrativen Gewährleistungsfunktion eine relevante Rolle in der Planung und Bereitstellung von Angebots- und Trägerstrukturen. Dabei orientiert sie sich an den Interessen der Adressat*innen (Böllert 2018, S. 6) und stellt in ihrer Trägerlandschaft eine Vielfalt an Inhalten, Methoden, Arbeitsformen und Wertorientierungen bereit (§ 3 Abs. 1 SGB VIII). Vor dem Hintergrund einer Dominanz christlicher Akteure und gewisser Teilhabebarrieren für andere religiöse Akteure – insbesondere muslimische – scheint eine entsprechende Trägervielfalt derzeit nur bedingt vorhanden zu sein. Mit Blick auf die strukturell-planerische Ebene stellt sich daher die Frage, ob und inwiefern muslimische Akteure in bestehenden Strukturen bereits verankert sind und wie sie bei der Träger- und Angebotsstrukturplanung Berücksichtigung finden. Darüber hinaus ist auch die generelle Bedeutung religionsbezogener Aspekte und religiöser Träger als dahinterliegendes Thema für Arbeits- und Planungsfelder von Interesse. Der vorliegende Beitrag stellt ausgewählte Forschungsergebnisse aus drei Erhebungsschritten des Forschungsprojektes VielfaltNRW vor: NRW-Trägerlistenanalyse, Protokollauswertungen von Jugendhilfeausschüssen sowie Interviews mit Fokusgruppen aus der Jugendförderung und Jugendhilfeplanung. Auf Grundlage dieser unterschiedlichen Zugänge werden Momente des Vorkommens und Berücksichtigens religionsbezogener Kontexte und Träger diskutiert sowie Leerstellen im Verhältnis von Religion und öffentlicher Kinder- und Jugendhilfe herausgearbeitet.