Differenz in der Jugend- und Integrationsforschung
摘要
In der Beschäftigung mit dem empirischen Gegenstand stößt man in den Studien über Jugend und Migration immer wieder, mal explizit, mal implizit, auf die Debatte und Kritik darüber, dass die Forschung über Jugendliche mit Migrationsgeschichte eine Kulturalisierung befördert hat, indem über Jahrzehnte hinweg ein eindimensionales, Kultur bzw. Religion überbetonendes, defizitäres Erklärungsmodell der Lebenslage von migrantisierten Jugendlichen den Diskurs dominierte (die Kritik stammt z. B. von Nohl, 2001; Franz, 2013, 2017; Juhasz & Mey, 2003 oder Spies, 2013 sowie Unger, 2000; kritisiert wurden vor allem u. a. die Fundamentalismus-Studie von Heitmeyer et al., 1997; oder Kelek, 2002, die von einem muslimischen Habitus und islamischen Common-Sense ausgeht). Es wurde zwar zurecht die Gefahr der Überbetonung von Kultur und damit einhergehend eine Ethnisierung, Kulturalisierung und Essentialisierung der Forschungssubjekte als Fremde befürchtet (vgl. dazu den sehr nützlichen Forschungsüberblick von Geisen, 2007, 2015; siehe auch Springsgut, 2021; Atabay, 2012; Franz, 2013; 2017; Nohl & Selma Ofner, 2010; Mey & Juhasz, 2003; Mecheril, 2003; Nohl, 2001; Unger, 2000; Bukow & Ottersbach 1999).