Getrieben durch Anforderungen der Stakeholder an Nachhaltigkeits-Kriterien, die auch durch Politik und Banken zunehmend forciert werden, kommunizieren Automobilhersteller teils anspruchsvolle Klimaziele (Poligkeit et al., 2023). Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass Klimaziele als Managementinstrument eine große, oft strategische Bedeutung haben können. Effektiv gestaltete Ziele können ein Indikator für erfolgreiche CO2-Reduktion sein (Dahlmann et al., 2019). Dabei reichen die Ziele oftmals weit in die Zukunft und implizieren mitunter radikale Veränderungen von Geschäftsmodellen und Lieferketten (Berger-Schmitz et al., 2023). Vor diesem Hintergrund untersucht dieses Paper die Verbreitung von Klimazielen unter Automobilherstellern mit Produktionsstandort in Europa sowie deren Gestaltung. Mittels qualitativer Inhaltsanalyse werden öffentlich zugängliche Dokumente, beispielsweise Nachhaltigkeits- und Klimaberichte, von 32 europäischen Automobilherstellern analysiert. Die Untersuchung zeigt, dass es eine große Bandbreite bei der Ausgestaltung der Klimaziele gibt, welche unter anderem mit der Unternehmensgröße variieren. In der Berichterstattung unterscheiden sich die Ziele durch den anvisierte Zeitrahmen, den Detailgrad, sowie die abgedeckten Emissionskategorien (Scopes) deutlich. Dies erschwert es Stakeholdern, z. B. das Ambitionsniveau der Klimaziele des jeweiligen Herstellers einzuordnen. Basierend auf aktueller Literatur gibt dieser Beitrag Stakeholdern Kriterien an die Hand, die helfen, Klimaziele zwischen Unternehmen vergleichbar zu machen. Die Erkenntnisse des vorliegenden Beitrages liefern somit wichtige Hinweise zum aktuellen Stand der selbst gesteckten Klimaziele der europäischen Automobilhersteller.

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Klimaziele quo vadis? – Eine Analyse von Klima- und Nachhaltigkeitsberichten europäischer Automobilhersteller

  • Martina Klein,
  • Julia Braun,
  • Magdalena Mißler-Behr

摘要

Getrieben durch Anforderungen der Stakeholder an Nachhaltigkeits-Kriterien, die auch durch Politik und Banken zunehmend forciert werden, kommunizieren Automobilhersteller teils anspruchsvolle Klimaziele (Poligkeit et al., 2023). Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass Klimaziele als Managementinstrument eine große, oft strategische Bedeutung haben können. Effektiv gestaltete Ziele können ein Indikator für erfolgreiche CO2-Reduktion sein (Dahlmann et al., 2019). Dabei reichen die Ziele oftmals weit in die Zukunft und implizieren mitunter radikale Veränderungen von Geschäftsmodellen und Lieferketten (Berger-Schmitz et al., 2023). Vor diesem Hintergrund untersucht dieses Paper die Verbreitung von Klimazielen unter Automobilherstellern mit Produktionsstandort in Europa sowie deren Gestaltung. Mittels qualitativer Inhaltsanalyse werden öffentlich zugängliche Dokumente, beispielsweise Nachhaltigkeits- und Klimaberichte, von 32 europäischen Automobilherstellern analysiert. Die Untersuchung zeigt, dass es eine große Bandbreite bei der Ausgestaltung der Klimaziele gibt, welche unter anderem mit der Unternehmensgröße variieren. In der Berichterstattung unterscheiden sich die Ziele durch den anvisierte Zeitrahmen, den Detailgrad, sowie die abgedeckten Emissionskategorien (Scopes) deutlich. Dies erschwert es Stakeholdern, z. B. das Ambitionsniveau der Klimaziele des jeweiligen Herstellers einzuordnen. Basierend auf aktueller Literatur gibt dieser Beitrag Stakeholdern Kriterien an die Hand, die helfen, Klimaziele zwischen Unternehmen vergleichbar zu machen. Die Erkenntnisse des vorliegenden Beitrages liefern somit wichtige Hinweise zum aktuellen Stand der selbst gesteckten Klimaziele der europäischen Automobilhersteller.