Gesundheit mit Teilhabechancen steigern – Einsichten und Aussichtspunkte
摘要
Das Gesundheitssystem soll auf Lebensumstände, Belastungen und Bewältigungsressourcen der Bevölkerung zugeschnitten sein, um Wohlergehen zu fördern. Dies gilt auch im Segment Wohnen der Eingliederungshilfe. Während der Corona-Pandemie alltagsnahes Wissen dazu zu gewinnen war ein Ziel der WoGe-Studie zum „Wohnen in Gesundheit“, die auf Lebenslagen und Entwicklungsräume aufmerksam machen kann. Leitplanken boten die Weltgesundheitsorganisation und Verfahren aus der technischen Risikokontrolle (z. B. Swiss Cheese-Modell). Ziel ist, mit verschiedenen Schutzmaßnahmen eine größtmögliche Widerstandsfähigkeit gegen Gesundheitsrisiken zu erreichen. Drei Blickwinkel wurden dazu nach ICF genutzt: personal, social und environmental factors. Das Sachwissen aus der Felderkundung ist in einem 30-Punkte Programm zusammengefasst. Dazu wurde beachtet, dass Menschen beim Wohnen während der Pandemie besonders allein gestellt waren. Die Privatheit und Selbstbestimmung der Menschen mit Beeinträchtigungen in gemeinschaftlichen Wohnformen war überlagert von der Einordnung als „vulnerable Gruppe“. Gemeinschaftsanforderungen hatten somit Vorrang. Die Organisationen der Eingliederungshilfe übernahmen die Verantwortung und stellten Fähigkeiten und Mitbestimmungschancen ihrer Bewohnerschaft zurück. Abschirmung und Gemeinschaft in Isolation erwiesen sich aber im benötigten Schutzschild nicht als dauerhaft passende Lösung, wenn Beachtung und Partizipation der Beteiligten fehlen. Faktisch deckte die Pandemie eine existierende ungleiche Teilhabesituation für Menschen mit Beeinträchtigungen auf, ebenso wie ihre generell besonders problematische Gesundheitsversorgung. Hier besteht Veränderungs- und Handlungsbedarf.