Bewohnerinnen und Bewohner in der Eingliederungshilfe haben Leistungs- und Bürgerrechte. Zugleich sind sie Regeln ihrer gemeinschaftlichen Wohnform verpflichtet. Ohne ihre Mitbewohnerschaft gewählt zu haben, verbringen sie oft lange Phasen ihres Lebens gemeinsam. In ausführlichen Interviews wurden in der Feldstudie WoGe „Wohnen in Gesundheit“ Selbst-Auskünfte zu Lebenslage und Wohnalltag, Lebensalter sowie zu Beeinträchtigungen und Behinderung gewonnen. Wie erwartet ist die Bewohnerschaft überwiegend deutsch, alleinstehend und kinderlos, ohne feste Partnerschaften. Relativ häufig sind die Befragten von Geburt an beeinträchtigt und nutzen meist Hilfsmittel. Im Corona-Geschehen war die Versorgungslage geprägt durch neue Tagesstrukturen und komprimiert auf den Wohnbereich. Eine generell hohe Wohn-Zufriedenheit hatte Bestand, obwohl Arbeits-, Freizeit- und Therapieangebote phasenweise eingestellt sowie Freiheitsradien auch in der Einrichtung erheblich reduziert wurden. Das Gemeinschaftsgefühl hielt. Während sich manche im Freundeskreis aussortiert fühlten, glaubten sich die Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer Wohnlage insgesamt sicher und gut aufgehoben. Ein- und Ausschlüsse waren behördlich bzw. vom Leistungsanbieter verordnet, um Infektionsrisiken zu senken, aber auch wegen der geänderten Gesundheitsversorgung. Etwa ein Viertel der Bewohnerinnen und Bewohner war selbst an Corona erkrankt, mit meist mildem Verlauf. Dennoch zeigten sich etwa zwei Drittel der Befragten besorgt oder geängstigt vor Krankenhausaufenthalten und Tod. Die Quarantäne empfanden sie durchweg als sehr belastend.

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Behütet und allein gestellt? Profile und Perspektiven beim Wohnen

  • Elisabeth Wacker

摘要

Bewohnerinnen und Bewohner in der Eingliederungshilfe haben Leistungs- und Bürgerrechte. Zugleich sind sie Regeln ihrer gemeinschaftlichen Wohnform verpflichtet. Ohne ihre Mitbewohnerschaft gewählt zu haben, verbringen sie oft lange Phasen ihres Lebens gemeinsam. In ausführlichen Interviews wurden in der Feldstudie WoGe „Wohnen in Gesundheit“ Selbst-Auskünfte zu Lebenslage und Wohnalltag, Lebensalter sowie zu Beeinträchtigungen und Behinderung gewonnen. Wie erwartet ist die Bewohnerschaft überwiegend deutsch, alleinstehend und kinderlos, ohne feste Partnerschaften. Relativ häufig sind die Befragten von Geburt an beeinträchtigt und nutzen meist Hilfsmittel. Im Corona-Geschehen war die Versorgungslage geprägt durch neue Tagesstrukturen und komprimiert auf den Wohnbereich. Eine generell hohe Wohn-Zufriedenheit hatte Bestand, obwohl Arbeits-, Freizeit- und Therapieangebote phasenweise eingestellt sowie Freiheitsradien auch in der Einrichtung erheblich reduziert wurden. Das Gemeinschaftsgefühl hielt. Während sich manche im Freundeskreis aussortiert fühlten, glaubten sich die Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer Wohnlage insgesamt sicher und gut aufgehoben. Ein- und Ausschlüsse waren behördlich bzw. vom Leistungsanbieter verordnet, um Infektionsrisiken zu senken, aber auch wegen der geänderten Gesundheitsversorgung. Etwa ein Viertel der Bewohnerinnen und Bewohner war selbst an Corona erkrankt, mit meist mildem Verlauf. Dennoch zeigten sich etwa zwei Drittel der Befragten besorgt oder geängstigt vor Krankenhausaufenthalten und Tod. Die Quarantäne empfanden sie durchweg als sehr belastend.