Transhumanismus und Reformpädagogik: (Un)Heilsgeschichten über die Entfehlerung des Menschen
摘要
Spätestens mit den Erziehungsexperimenten des pädagogischen 18. Jahrhunderts ist deutlich geworden, dass Fortschritt, Veränderungen und möglicherweise sogar die Optimierung des Menschen eng mit Erziehung verbunden sind. Es ist nicht verwunderlich, dass sich auch die jüngere erziehungswissenschaftliche Diskussion technologischen Steigerungsversuchen, wie sie allfällig im Kontext des Transhumanismus diskutiert werden, angenommen hat. Seien es nun schulische Leistungsdiskurse, die eine fragile Verbindung mit Neuroenhancement eingehen, die neu aufgeflammte Diskussion um das Verhältnis von Menschen und Maschinen in Lehr-Lernumgebungen (Vgl. Meyer-Drawe 2016) oder die generelle Frage nach der Optimierung des Menschen wie sie die zweijährige Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft im Jahr 2020 in den Mittelpunkt rücken wollte – all diese Diskussionen verbinden sehr spezifische, oft als „neu“ markierte Themenbereiche mit alten, möglicherweise gar dem Phänomen der Erziehung selbst inhärenten, Motiven.