Abenteuer der Ambivalenz in Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften. Ein Roman als Sonde sozialer und kultureller Befunde
摘要
Musils Roman lese ich als einen Beitrag zu einer kultursoziologisch imprägnierten Theorie der Moderne. Diese ist durch Brüche, Risse, Sinnverluste und Diskontinuitäten, kurzum durch den Zerfall sozialer und symbolischer Ordnungsgefüge gekennzeichnet, noch bevor „Seinesgleichen“ (Musil) in Gestalt der Katastrophe und des Unheils des Ersten Weltkriegs geschieht. Dabei stechen Denk- und Sprachfiguren wie Ambivalenz und Ironie ins Auge. Kakanien wird als die Versuchsstation einer Moderne betrachtet, die nicht nur Krisen erlebt, sondern strukturell durch Krisenhaftigkeit charakterisiert ist. Diesen kultursoziologischen Befund setze ich dialogisch in Bezug zu Simmel, Bauman und Mannheims Wissenssoziologie.