Krieg oder Liebe. Die „generative Ordnung“ in Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften
摘要
Obwohl ihn einige Romancharaktere herbeisehnen und Musils Notizen ihn fest eingeplant haben, kommt der Krieg im Mann ohne Eigenschaften nicht. Der Ausbruch wird immer wieder verzögert und suspendiert. Das als unumgänglich betrachtete Ereignis erweist sich gemäß dem „Prinzip des unzureichenden Grundes“ als kontingent. Stattdessen gewinnt die Geschwisterliebe zwischen Ulrich und Agathe im Roman an Bedeutung. Mit ihrer räumlichen Immobilisierung im Garten und zugleich „höchste[n] Spannkraft“ (Musil, Robert. 1987. Der Mann ohne Eigenschaften. Hrsg. von Adolf Frisé. Reinbek: Rowohlt, S. 9) erscheint sie als Parallelektion zum Kriegsausbruch unter anderem Vorzeichen. Während dieser im massenhaften Gewaltausbruch münden würde, steht mit der Geschwisterbeziehung das Leben in Liebe auf dem Spiel.