Robert Musil über die Dummheit seiner Zeit und außerhalb dieser Zeit
摘要
Der vorliegende Beitrag analysiert das Thema „Dummheit“ auf Grundlage eines Vortrags von Robert Musil. In seiner letzten öffentlichen Rede 1937 thematisiert der österreichische Schriftsteller dieses Phänomen vor dem Hintergrund sozialer Veränderungen und Verwerfungen in der Gesellschaft Deutschlands und Österreichs, um zu zeigen, dass „Dummheit“ keine individuelle Benachteiligung, sondern eine sozial und politisch bedingte Erscheinung mit weitreichenden Folgen ist. Die Dummheit wird von Musil sowohl in zahlreichen Beispielen beleuchtet als auch definiert, was ihm gewisse Schwierigkeiten bereitet. Er legt seiner Analyse des Phänomens unter anderem den historischen Kontext zugrunde, was im Beitrag berücksichtigt und bis zur Systematisierung der Dummheit weiterentwickelt wird. Insgesamt zeichnet der Beitrag die komplexen Beziehungen zwischen Politik, Gesellschaft und persönlicher Verantwortung in Krisenzeiten und dadüber hinaus nach sowie rekonstruiert Musils Konzept der „Dummheit“, indem er Aspekte und Hintergründe benennt und herausarbeitet.