Der „Möglichkeitssinn“ in Musils Roman ist die habitualisierte Manifestation einer transsubjektiven Denk- und Handlungsdisposition, deren funktionales Charakteristikum einerseits autonome Fiktivität und andererseits intransitive Zieloffenheit bildet. Der „Möglichkeitssinn“ ist damit nicht sosehr Ausweis eines utopischen, sondern vielmehr Ausweis eines optimierenden Weltverhältnisses, hinter dem keine eschatologische, sondern eine wissenschaftlich-technische Konzeption des Fortschritts steht. Deren zentrales Moment bildet nicht die Aufhebung neuzeitlicher Kontingenz in einem idealen zukünftigen Zustand, sondern ihre Erhaltung und Positivierung in einem dauerhaft experimentellen Verfahren der Generierung neuer Alternativen zur Wirklichkeit.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Zur Modalstruktur des „Möglichkeitssinns“ in Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften

  • Michael Makropoulos

摘要

Der „Möglichkeitssinn“ in Musils Roman ist die habitualisierte Manifestation einer transsubjektiven Denk- und Handlungsdisposition, deren funktionales Charakteristikum einerseits autonome Fiktivität und andererseits intransitive Zieloffenheit bildet. Der „Möglichkeitssinn“ ist damit nicht sosehr Ausweis eines utopischen, sondern vielmehr Ausweis eines optimierenden Weltverhältnisses, hinter dem keine eschatologische, sondern eine wissenschaftlich-technische Konzeption des Fortschritts steht. Deren zentrales Moment bildet nicht die Aufhebung neuzeitlicher Kontingenz in einem idealen zukünftigen Zustand, sondern ihre Erhaltung und Positivierung in einem dauerhaft experimentellen Verfahren der Generierung neuer Alternativen zur Wirklichkeit.