Der 30. November 2022 stellt einen Wendepunkt in der Benutzung von KI-Systemen dar. Mit der Veröffentlichung von ChatGPT 3.5 wurde die Benutzung eines auf einem Large Language Model basierenden Chatbots einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Ähnlich verhielt es sich zur selben Zeit mit Bildgeneratoren wie Midjourney, DALL-E oder Stable Diffusion. Zu Beginn interessierten sich vor allem Amateure für diese neuen Werkzeuge und konnten so auf relativ rasche Weise zu – oberflächlich betrachtet – professionellen Ergebnissen kommen. Spätestens hier war der Punkt erreicht, an dem sich professionelle Designer die Frage stellten, inwiefern derartige Programme ihr Tun ersetzen könnten. Dabei nutzen Gestalter die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz selbst schon länger. So könnte man einzelne Funktionen, wie z. B. das inhaltsbasierte Füllen bei Adobe Photoshop CC2019 aus dem Jahr 2018 bereits als KI-basiert bezeichnen. Allerdings konnten bis dahin keine Bilder von Grund auf neu generiert werden. Das ist eine deutliche Abweichung zur bisherigen Praxis, war doch immer klar, dass es einen Urheber des Werks gibt. Bei KI-generierten Texten oder Bildern lässt sich die Urheberschaft nicht mehr beantworten. Damit ist auch das Urheberrecht als wirtschaftliche Grundlage der verschiedenen Design-Disziplinen in Frage gestellt. Auch Adobe Photoshop bietet inzwischen weitergehende KI-basierte Funktionalitäten. Aber unabhängig von rechtlichen Problematiken stellt sich die grundsätzliche Frage, inwiefern KI-Generiertes überhaupt dem Wesen von Design entspricht.

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Kann KI Design?

  • Achim Römer

摘要

Der 30. November 2022 stellt einen Wendepunkt in der Benutzung von KI-Systemen dar. Mit der Veröffentlichung von ChatGPT 3.5 wurde die Benutzung eines auf einem Large Language Model basierenden Chatbots einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Ähnlich verhielt es sich zur selben Zeit mit Bildgeneratoren wie Midjourney, DALL-E oder Stable Diffusion. Zu Beginn interessierten sich vor allem Amateure für diese neuen Werkzeuge und konnten so auf relativ rasche Weise zu – oberflächlich betrachtet – professionellen Ergebnissen kommen. Spätestens hier war der Punkt erreicht, an dem sich professionelle Designer die Frage stellten, inwiefern derartige Programme ihr Tun ersetzen könnten. Dabei nutzen Gestalter die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz selbst schon länger. So könnte man einzelne Funktionen, wie z. B. das inhaltsbasierte Füllen bei Adobe Photoshop CC2019 aus dem Jahr 2018 bereits als KI-basiert bezeichnen. Allerdings konnten bis dahin keine Bilder von Grund auf neu generiert werden. Das ist eine deutliche Abweichung zur bisherigen Praxis, war doch immer klar, dass es einen Urheber des Werks gibt. Bei KI-generierten Texten oder Bildern lässt sich die Urheberschaft nicht mehr beantworten. Damit ist auch das Urheberrecht als wirtschaftliche Grundlage der verschiedenen Design-Disziplinen in Frage gestellt. Auch Adobe Photoshop bietet inzwischen weitergehende KI-basierte Funktionalitäten. Aber unabhängig von rechtlichen Problematiken stellt sich die grundsätzliche Frage, inwiefern KI-Generiertes überhaupt dem Wesen von Design entspricht.