In Radikale Demokratiebildung am Un_Ort wird das Projekt skizziert, Radikale Demokratietheorie und Demokratiebildung zusammen zu denken. Davon profitiert die Radikale Demokratietheorie, weil damit eine subjekttheoretische Lücke gefüllt wird, die sich bemerkbar macht, wenn es um das Konkretisieren radikaldemokratischer Denkfiguren in alltäglichen Existenz- und Lebensweisen geht. Auf der anderen Seite kann Demokratiebildung in einer radikalen Schreibweise einem kritisch-emanzipativen Einsatz zum Ausdruck verhelfen, ohne dabei auf problematische, liberale Subjektkonzeptionen zurückgreifen zu müssen. Um diesen theoretischen Zugewinn zu entfalten, werden Radikale Demokratietheorie und Demokratiebildung in den folgenden Ausführungen auf der Folie eines konsequenten Bildungsdenkens und einer topologischen Perspektive auf Selbst, Gesellschaft und Welt miteinander verschränkt. Denn die Bildungstheorie liefert in Verbindung mit einer Topologie der Subjektivität die Blaupause für eine postfundamental gedachte, materiale Prozessualität/Operativität, die weit produktiver zu sein verspricht als radikaldemokratische Versionen eines Antifundamentalismus, die sich allein auf das Negieren vermeintlicher Fundamente beschränken. In topologisch gedachten, radikaldemokratischen Bildungen artikulieren sich  Ort-Raum-Verhältnisse, die Machtansprüche gesellschaftlicher Raumproduktion kontestieren. Die Überlegungen schließen mit einem Anforderungsprofil für Radikale Demokratiebildung, auf dessen Grundlage Refigurationen des Selbst-Welt-Verhältnisses jenseits angestammter Transformationsphantasmen möglich werden sollten.

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Radikale Demokratiebildung am Un_Ort

  • Werner Friedrichs

摘要

In Radikale Demokratiebildung am Un_Ort wird das Projekt skizziert, Radikale Demokratietheorie und Demokratiebildung zusammen zu denken. Davon profitiert die Radikale Demokratietheorie, weil damit eine subjekttheoretische Lücke gefüllt wird, die sich bemerkbar macht, wenn es um das Konkretisieren radikaldemokratischer Denkfiguren in alltäglichen Existenz- und Lebensweisen geht. Auf der anderen Seite kann Demokratiebildung in einer radikalen Schreibweise einem kritisch-emanzipativen Einsatz zum Ausdruck verhelfen, ohne dabei auf problematische, liberale Subjektkonzeptionen zurückgreifen zu müssen. Um diesen theoretischen Zugewinn zu entfalten, werden Radikale Demokratietheorie und Demokratiebildung in den folgenden Ausführungen auf der Folie eines konsequenten Bildungsdenkens und einer topologischen Perspektive auf Selbst, Gesellschaft und Welt miteinander verschränkt. Denn die Bildungstheorie liefert in Verbindung mit einer Topologie der Subjektivität die Blaupause für eine postfundamental gedachte, materiale Prozessualität/Operativität, die weit produktiver zu sein verspricht als radikaldemokratische Versionen eines Antifundamentalismus, die sich allein auf das Negieren vermeintlicher Fundamente beschränken. In topologisch gedachten, radikaldemokratischen Bildungen artikulieren sich  Ort-Raum-Verhältnisse, die Machtansprüche gesellschaftlicher Raumproduktion kontestieren. Die Überlegungen schließen mit einem Anforderungsprofil für Radikale Demokratiebildung, auf dessen Grundlage Refigurationen des Selbst-Welt-Verhältnisses jenseits angestammter Transformationsphantasmen möglich werden sollten.