Politische Bildung als Beitrag zur Förderung der Fehlerkultur in der Polizei
摘要
Die in dem Fall ermittelnden Polizist:innen erkennen die rechtsterroristische Motivation der Angehörigen des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) zunächst nicht, andere Beamt:innen äußern sich in Chatgruppen rassistisch, sexistisch und antisemitisch oder suchen und pflegen die Nähe zur Reichsbürgerszene – die Aufarbeitungen dieser und vergleichbarer „Polizeiskandale“ in den Medien, der Politik, Wissenschaft oder Polizei legen regelmäßig den Schluss nahe, dass sich die Polizei selbstkritisch(er) mit ihrer Organisationskultur auseinandersetzen und ihre Angehörigen (besser) für ihre anspruchsvollen Tätigkeiten in einer pluralen Gesellschaft qualifizieren sollte. Sie definieren damit zugleich den Bedarf an einer (optimierten) politischen Bildung der Polizei. Daran angelehnt skizziert der vorliegende Beitrag zunächst die Rolle der Polizei im demokratischen Staat und zeigt auf, dass eine solche Polizei Fehler macht und einer dementsprechenden Fehlerkultur bedarf („Polizeiliche Fehler(-kultur) im demokratischen Staat“). Er beleuchtet sodann Bereiche, Zielgruppen und Akteure sowie Aufgaben der polizeilich-politischen Bildung („Politische Bildung und Polizei“) und führt die jeweiligen Überlegungen anschließend zusammen, indem spezifische Anforderungen an die politische Bildung auf die Entwicklung einer Fehlerkultur der Polizei bezogen werden („Politische Bildung im Kontext polizeilicher Fehlerkultur“). Ein Fazit fasst die zentralen Gedanken zusammen und schließt mit dem Plädoyer ab, politische Bildung stets mitzudenken, wenn es darum geht, die Polizei für das Thema Fehlerkultur zu sensibilisieren („Fazit und Plädoyer“).