Die Polizei als mächtige und bleibende Organisation verschwindet nicht einfach, wenn ihr Fehler unterlaufen. In der Organisation der Polizei können Fehler und Probleme gravierende Folgen nach sich ziehen. Sich Gedanken über Fehler, Misserfolge oder Irrtümer zu machen ist für die Polizei und Gesellschaft sinnvoll, weil man in komplexen Gesellschaftsstrukturen nicht alles vorhersehen kann. Fehler sind auch in der Polizei zumeist negativ konnotiert, gleichwohl sie für die Organisation auch eine Lerngelegenheit bieten. Der Begriff der konstruktiven Fehlerkultur steht in normativer Hinsicht für einen Kommunikationsprozess in den verschiedensten Handlungsfeldern der Polizei. Wissen entsteht auch durch das Lernen aus Fehlern und fehlerhaften Struktur- und Funktionsabläufen im Rahmen der dort ablaufenden Interaktionen (lessons learned). Interessante Impulse, wie eine konstruktive Lern- und Fehlerkultur gelingen kann, bietet die Organisationsforschung unter anderem zu lernenden und adaptiven Organisationen und ihrem Management an, die eine bejahende Störungs- und Fehlerkultur leben. Sie betrachten Störungen und Fehler nicht als Unglück, sondern als erwünschten Startpunkt von Lernprozessen, weil nur sie aufzeigen, wo für die Zukunft nachgebessert werden muss. Das Eingeständnis von unvermeidbaren Fehlern in der Organisation und Kultur kann für die Polizei und ihre Führung einen ersten Schritt darstellen, sich in positiver Konnotation Fehlern zuzuwenden und sie als Ressource anzunehmen. Der Fehlerumgang lässt letztlich Lehren und Rückschlüsse auf eine mächtige Institution zu, die sich selbst als „lernende Organisation“ versteht.

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Konstruktives Fehlermanagement als integraler Bestandteil einer lernenden und adaptiven Organisation

  • Jan-Philipp Küppers

摘要

Die Polizei als mächtige und bleibende Organisation verschwindet nicht einfach, wenn ihr Fehler unterlaufen. In der Organisation der Polizei können Fehler und Probleme gravierende Folgen nach sich ziehen. Sich Gedanken über Fehler, Misserfolge oder Irrtümer zu machen ist für die Polizei und Gesellschaft sinnvoll, weil man in komplexen Gesellschaftsstrukturen nicht alles vorhersehen kann. Fehler sind auch in der Polizei zumeist negativ konnotiert, gleichwohl sie für die Organisation auch eine Lerngelegenheit bieten. Der Begriff der konstruktiven Fehlerkultur steht in normativer Hinsicht für einen Kommunikationsprozess in den verschiedensten Handlungsfeldern der Polizei. Wissen entsteht auch durch das Lernen aus Fehlern und fehlerhaften Struktur- und Funktionsabläufen im Rahmen der dort ablaufenden Interaktionen (lessons learned). Interessante Impulse, wie eine konstruktive Lern- und Fehlerkultur gelingen kann, bietet die Organisationsforschung unter anderem zu lernenden und adaptiven Organisationen und ihrem Management an, die eine bejahende Störungs- und Fehlerkultur leben. Sie betrachten Störungen und Fehler nicht als Unglück, sondern als erwünschten Startpunkt von Lernprozessen, weil nur sie aufzeigen, wo für die Zukunft nachgebessert werden muss. Das Eingeständnis von unvermeidbaren Fehlern in der Organisation und Kultur kann für die Polizei und ihre Führung einen ersten Schritt darstellen, sich in positiver Konnotation Fehlern zuzuwenden und sie als Ressource anzunehmen. Der Fehlerumgang lässt letztlich Lehren und Rückschlüsse auf eine mächtige Institution zu, die sich selbst als „lernende Organisation“ versteht.