In Schleswig-Holstein wurde im Mai 2022 das Konzept zum Schulabsentismus veröffentlicht, das einen verbindlichen Orientierungsrahmen für alle Schulen des Landes im Umgang mit diesem Problem darstellt. Erkenntnisse zum Schulabsentismus in Schleswig-Holstein wurden durch eine Arbeitsgruppe des damaligen „Rates für Kriminalitätsverhütung“ erarbeitet. Die interministerielle Schirmherrschaft lag wie im heutigen „Landespräventionsrat“ in den Ressorts für Inneres, Justiz, Soziales und Bildung. Die empirische Studie „Konzept gegen Schulabsentismus. Jeder Schüler, jede Schülerin zählt“ (2007) lieferte gesicherte Erkenntnisse zum Ausmaß von Fehlzeiten und beleuchtete Zusammenhänge an den damaligen Haupt- und Förderschulen Lernen im ganzen Land. Die Ergebnisse und Empfehlungen der damaligen Studie führten zu regional angelegten Konzeptentwicklungen in den Schulämtern. Der begrüßenswerten fachlichen Vielfalt regionaler Organisationsformen standen allerdings erkennbar fehlende Standards und die unzureichende Einbindung der Schulen (Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe, Gymnasien und Berufliche Schulen) gegenüber, die von der Obersten Schulaufsicht begleitet werden. Der Vertrag der „Jamaika-Koalition“ von 2017 sah daher vor, ein landesweites Konzept zu entwickeln. Der Auftrag des Landtages wurde in der dem Bildungsministerium zugeordneten „Landeskoordination Schulische Erziehungshilfe“ inhaltlich vorbereitet und von einer Arbeitsgruppe der Unteren und Obersten Schulaufsicht im Mai 2022 mit der Veröffentlichung als Konzept zum Schulabsentismus abgeschlossen. Aus dieser Vorgabe resultieren vielversprechende fachliche Perspektiven im Aufgabenfeld „Schulabsentismus“ für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Mit dem Standard „Netzwerkarbeit“ werden die Schulen zur multiprofessionellen Kooperation verpflichtet.

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Das Konzept zum Schulabsentismus in Schleswig-Holstein: Perspektiven für die multiprofessionelle Kooperation basierend auf dem Hintergrund landesweiter Vorgaben

  • Hans-Peter Hopp

摘要

In Schleswig-Holstein wurde im Mai 2022 das Konzept zum Schulabsentismus veröffentlicht, das einen verbindlichen Orientierungsrahmen für alle Schulen des Landes im Umgang mit diesem Problem darstellt. Erkenntnisse zum Schulabsentismus in Schleswig-Holstein wurden durch eine Arbeitsgruppe des damaligen „Rates für Kriminalitätsverhütung“ erarbeitet. Die interministerielle Schirmherrschaft lag wie im heutigen „Landespräventionsrat“ in den Ressorts für Inneres, Justiz, Soziales und Bildung. Die empirische Studie „Konzept gegen Schulabsentismus. Jeder Schüler, jede Schülerin zählt“ (2007) lieferte gesicherte Erkenntnisse zum Ausmaß von Fehlzeiten und beleuchtete Zusammenhänge an den damaligen Haupt- und Förderschulen Lernen im ganzen Land. Die Ergebnisse und Empfehlungen der damaligen Studie führten zu regional angelegten Konzeptentwicklungen in den Schulämtern. Der begrüßenswerten fachlichen Vielfalt regionaler Organisationsformen standen allerdings erkennbar fehlende Standards und die unzureichende Einbindung der Schulen (Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe, Gymnasien und Berufliche Schulen) gegenüber, die von der Obersten Schulaufsicht begleitet werden. Der Vertrag der „Jamaika-Koalition“ von 2017 sah daher vor, ein landesweites Konzept zu entwickeln. Der Auftrag des Landtages wurde in der dem Bildungsministerium zugeordneten „Landeskoordination Schulische Erziehungshilfe“ inhaltlich vorbereitet und von einer Arbeitsgruppe der Unteren und Obersten Schulaufsicht im Mai 2022 mit der Veröffentlichung als Konzept zum Schulabsentismus abgeschlossen. Aus dieser Vorgabe resultieren vielversprechende fachliche Perspektiven im Aufgabenfeld „Schulabsentismus“ für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Mit dem Standard „Netzwerkarbeit“ werden die Schulen zur multiprofessionellen Kooperation verpflichtet.