Seit dem elektoralen Abstieg der CSU bei den Landtagswahlen 2008 hat sich das bayerische Parteiensystem gewandelt und seinem bundespolitischen Pendant angenähert. Das Parteiensystem ist volatiler, fragmentierter und polarisierter als früher, Mehrheiten müssen stets neu erkämpft werden. Doch auch wenn Parteiensystem und Parteienwettbewerb in Bayern so ihren einst besonderen Charakter eingebüßt haben, sind doch ebenso Kontinuitäten zur Zeit vor 2008 zu erkennen. Nicht nur ist die CSU immer noch die dominierende parteipolitische Kraft im Freistaat, auch hat sich ihr Abstand zur Opposition (Asymmetrie) kaum verkleinert. Vom Niedergang der CSU hat nicht eine konkurrierende Partei allein profitiert, sondern neue Parteien haben sich im Bayerischen Landtag etabliert (Format). Die Kräfteverhältnisse im bayerischen Parteiensystem sind so inzwischen ausgeglichener als früher (Fragmentierung), eine Mehrheit gegen die CSU ist aber bis heute lediglich rechnerisch, kaum politisch denkbar. Die alten Konfliktstrukturen der Zeit des stabilen Zweieinhalbparteiensystems wurden entsprechend im aktuellen Vierparteiensystem ergänzt, nicht ersetzt. Gleiches gilt für die Strukturen der Regierungsbildung. Zwar sind auch in Bayern inzwischen Koalitionsregierungen notwendig. Weiterhin aber beanspruchen die Kräfte Mitte-Rechts die Hoheit über Koalitionsoptionen und ihre Ausgestaltung.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Bayern. Der Wandel von einem prädominanten zu einem asymmetrischen Parteiensystem

  • Michael Weigl

摘要

Seit dem elektoralen Abstieg der CSU bei den Landtagswahlen 2008 hat sich das bayerische Parteiensystem gewandelt und seinem bundespolitischen Pendant angenähert. Das Parteiensystem ist volatiler, fragmentierter und polarisierter als früher, Mehrheiten müssen stets neu erkämpft werden. Doch auch wenn Parteiensystem und Parteienwettbewerb in Bayern so ihren einst besonderen Charakter eingebüßt haben, sind doch ebenso Kontinuitäten zur Zeit vor 2008 zu erkennen. Nicht nur ist die CSU immer noch die dominierende parteipolitische Kraft im Freistaat, auch hat sich ihr Abstand zur Opposition (Asymmetrie) kaum verkleinert. Vom Niedergang der CSU hat nicht eine konkurrierende Partei allein profitiert, sondern neue Parteien haben sich im Bayerischen Landtag etabliert (Format). Die Kräfteverhältnisse im bayerischen Parteiensystem sind so inzwischen ausgeglichener als früher (Fragmentierung), eine Mehrheit gegen die CSU ist aber bis heute lediglich rechnerisch, kaum politisch denkbar. Die alten Konfliktstrukturen der Zeit des stabilen Zweieinhalbparteiensystems wurden entsprechend im aktuellen Vierparteiensystem ergänzt, nicht ersetzt. Gleiches gilt für die Strukturen der Regierungsbildung. Zwar sind auch in Bayern inzwischen Koalitionsregierungen notwendig. Weiterhin aber beanspruchen die Kräfte Mitte-Rechts die Hoheit über Koalitionsoptionen und ihre Ausgestaltung.