Rote und schwarze Dominanz im saarländischen Parteiensystem
摘要
CDU und SPD spielen seit dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland 1957 eine wichtige Rolle im politischen System des Landes. Der Parteienwettbewerb wird seitdem von CDU und SPD bestimmt, die abwechselnd jeweils Dominanzphasen aufbauen konnten. Die Union beherrschte den Parteienwettbewerb und regierte von den 1950er bis in die 1970er Jahre und dann wieder zwischen 1999 und 2022. In der Ära des früheren Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine (1985 bis 1998) konnte die dann regierende SPD stets absolute Mehrheiten erreichen wie auch seit der Landtagswahl 2022. Kleinere Parteien standen demgegenüber im Schatten und konnten kaum Erfolge bei Landtagswahlen im kleinsten Flächenland Deutschlands für sich verbuchen. Nur der Linkspartei gelang es zwischenzeitlich – dank der Popularität des bis zu seinem Ausscheiden aus der Partei 2022 zu ihr gewechselten Oskar Lafontaine – beachtliche Ergebnisse zu erzielen. Die Programmanalyse zur Landtagswahl 2022 zeigt große inhaltliche Schnittmengen zwischen Linken, SPD und Grünen, die sich aber bislang nie in einer Regierungszusammenarbeit äußerten. Dies mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass im Saarland die sozio-ökonomische Wettbewerbsdimension stets relevanter war und aufgrund des stetigen industriellen Strukturwandels bis heute geblieben ist. Auf Bundesebene konnte das Saarland dennoch gelegentlich auf sich aufmerksam machen.