Das hessische Parteiensystem: Von der Polarisierung zwischen CDU und SPD zur gemeinsamen Regierung
摘要
Die hessischen Parteien setzten in der Vergangenheit immer wieder Akzente, die eine gesamtdeutsche Relevanz besaßen. Von 1950 bis 1966 verstand sich die von der hessischen Sozialdemokratie verantwortete Regierungspolitik als Gegenentwurf zur „Adenauer-Republik“. 1985 entstanden mit Bildung der bundesweit ersten rot-grünen Landesregierung und 2013 der ersten schwarz-grünen Regierungskoalition in einem Flächenland neue Koalitionsperspektiven für das politische System der BRD. Das bis zur Zeit der Jahrtausendwende weitestgehend „rot“ regierte Hessen (1950–1987; 1991–1999), wird seit 1999 „schwarz“ regiert. War das hiesige Parteiensystem einst noch durch seine polarisierten Kämpfe zwischen den strukturprägenden großen Volksparteien SPD und CDU geprägt, so erodierte diese Konstellation nach der letzten großen Polarisierungsschlacht im Jahre 2008 – inklusive der selbst verursachten sozialdemokratischen Wahlniederlage – und führte 2024 zur ersten großen Koalition seit 1950.