Das Parteiensystem Hamburgs zeichnet sich durch einen moderaten Fraktionalisierungsgrad und eine vergleichsweise geringe Polarisierung aus. SPD und Grüne dominieren seit 2011 die Politik der Hansestadt, regieren aber eher zentristisch-pragmatisch als „links“. Die CDU spielt in Hamburg eine deutlich geringere Rolle als anderswo; zuletzt war sie 2011 an einer Regierung beteiligt. FDP, Linke und AfD sind von untergeordneter Bedeutung. Insgesamt ist das politische Klima Hamburgs auf sozialdemokratischem Fundament moderat progressiv und links-liberal. Die politischen Themen Hamburgs sind einerseits Fragen der Landespolitik (z. B. Bildung und Schule), andererseits die kommunalpolitischen Themen einer Großstadt (Verkehr, Wohnen). Die seit 2015 regierende Koalition aus SPD und Grünen funktioniert auch in ihrer zweiten Auflage (seit 2020) weitgehend geräuschlos. Eine Wechselstimmung war in der Stadt vor der Wahl 2025 nicht zu erkennen. Obwohl die CDU aus den Bürgerschaftswahlen 2025 als zweitstärkste Kraft hervorgegangen ist und der SPD eine Koalition angeboten hat, trat diese in Koalitionsverhandlungen mit dem bisherigen Partner ein, an deren Ende vermutlich eine Neuauflage des rot-grünen Senats unter Regierungschef Tschentscher stehen wird. 

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Links-Grüner Pragmatismus mit Bindungskraft: Das Parteiensystem der Freien und Hansestadt Hamburg

  • Christian Martin

摘要

Das Parteiensystem Hamburgs zeichnet sich durch einen moderaten Fraktionalisierungsgrad und eine vergleichsweise geringe Polarisierung aus. SPD und Grüne dominieren seit 2011 die Politik der Hansestadt, regieren aber eher zentristisch-pragmatisch als „links“. Die CDU spielt in Hamburg eine deutlich geringere Rolle als anderswo; zuletzt war sie 2011 an einer Regierung beteiligt. FDP, Linke und AfD sind von untergeordneter Bedeutung. Insgesamt ist das politische Klima Hamburgs auf sozialdemokratischem Fundament moderat progressiv und links-liberal. Die politischen Themen Hamburgs sind einerseits Fragen der Landespolitik (z. B. Bildung und Schule), andererseits die kommunalpolitischen Themen einer Großstadt (Verkehr, Wohnen). Die seit 2015 regierende Koalition aus SPD und Grünen funktioniert auch in ihrer zweiten Auflage (seit 2020) weitgehend geräuschlos. Eine Wechselstimmung war in der Stadt vor der Wahl 2025 nicht zu erkennen. Obwohl die CDU aus den Bürgerschaftswahlen 2025 als zweitstärkste Kraft hervorgegangen ist und der SPD eine Koalition angeboten hat, trat diese in Koalitionsverhandlungen mit dem bisherigen Partner ein, an deren Ende vermutlich eine Neuauflage des rot-grünen Senats unter Regierungschef Tschentscher stehen wird.