Sokrates und sein letztes Wort: „Ein Hahn für Asklepios“?
摘要
Von Sokrates aus Athen (469–399 v.u.Z.) dürfte doch auch heute noch bekannt sein, daß man ihn der griechischen Philosophie zuordnen kann und er dort eine so große Bedeutung hatte, daß man die Philosophen vor ihm umstandslos die Vorsokratiker nennt. Bücher hat er offenbar nicht geschrieben, weshalb alles, was wir über ihn wissen, auf den Texten anderer Griechen (und auf einigen plastischen Darstellungen) beruht. Darunter ragt hervor sein Schüler Platon, in dessen Dialogen er beinahe immer der Haupt-Gesprächspartner ist. Persönlich bekannt war auch Xenophon (ca. 430 – nach 355 v.u.Z.) mit ihm, der neben vielem anderen auch einige Schriften über Sokrates verfaßt hat. Da Sokrates eine in Athen weithin bekannte Persönlichkeit war und anscheinend genügend skurrile Eigenschaften besaß, über die man lachen konnte, hat der damalige Komödienschriftsteller Aristophanes eine seiner Komödien dem Sokrates gewidmet: „Die Wolken“. Dies sind die hauptsächlichen Quellen über Sokrates, wobei weiterhin noch einige Aussagen des Platon-Schülers Aristoteles (384–322 v.u.Z.) erwähnt werden können, der freilich Sokrates nicht selbst kennengelernt hat. Außer Betracht lassen können wir in unserem Falle die Anekdotensammlung des Diogenes Laërtios (3. Jhdt. u.Z.), der sich, was den Tod des Sokrates angeht, auf Platon bezieht; ferner auch die Satire des Lukian („Der Verkauf der philosophischen Sekten“ 15–18), in der die Gedanken des Sokrates auf die Schippe genommen … und mit denen Platons heillos vermischt werden. Diese Quellen sind übrigens ausgesprochen heterogen und schon deshalb, möchte man mit ihnen zu historisch korrekten Aussagen gelangen, problematisch.