Zweifellos ist Kaiser Nero (54–68 u.Z.) eine der heute noch bekanntesten Gestalten der römischen Geschichte; fast reflexhaft bringt man ihn mit dem – sagen wir – Gerücht in Verbindung, er habe die Stadt Rom in Brand gesetzt und dazu sogar noch Gesänge vorgetragen. Man braucht nur eine Gestalt mit Lorbeerkranz auf dem Kopf und einer Lyra in der Hand vor dem Hintergrund einer brennenden Stadt zu zeigen, und jeder wird sagen: Nero! Sein halb wahnsinniges Motiv sei eine Art heißer Generalsanierung der Stadt gewesen, um anstelle der in Schutt und Asche gelegten Stadtviertel eine in ihren Dimensionen sensationelle Palastanlage zu errichten: sein Goldenes Haus (die domus aurea). Nicht zuletzt ist dieses Darstellung durch die Romanverfilmung „Quo vadis?“ aus dem Jahre 1951 populär worden, welche neben der Brandstiftung auch den zweiten großen Vorwurf gegen Nero thematisiert: seine Verfolgung der Christen, auf die ich später zu sprechen komme. Im Jahre 2001 ist der Roman sogar erneut verfilmt worden, wiederum in monumentaler Form. Daß man einmal ein Programm für CD-Brenner „Nero“ genannt hat, kann man am Rande erwähnen.

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Nero – der Brandstifter?

  • Wolfgang Weimer

摘要

Zweifellos ist Kaiser Nero (54–68 u.Z.) eine der heute noch bekanntesten Gestalten der römischen Geschichte; fast reflexhaft bringt man ihn mit dem – sagen wir – Gerücht in Verbindung, er habe die Stadt Rom in Brand gesetzt und dazu sogar noch Gesänge vorgetragen. Man braucht nur eine Gestalt mit Lorbeerkranz auf dem Kopf und einer Lyra in der Hand vor dem Hintergrund einer brennenden Stadt zu zeigen, und jeder wird sagen: Nero! Sein halb wahnsinniges Motiv sei eine Art heißer Generalsanierung der Stadt gewesen, um anstelle der in Schutt und Asche gelegten Stadtviertel eine in ihren Dimensionen sensationelle Palastanlage zu errichten: sein Goldenes Haus (die domus aurea). Nicht zuletzt ist dieses Darstellung durch die Romanverfilmung „Quo vadis?“ aus dem Jahre 1951 populär worden, welche neben der Brandstiftung auch den zweiten großen Vorwurf gegen Nero thematisiert: seine Verfolgung der Christen, auf die ich später zu sprechen komme. Im Jahre 2001 ist der Roman sogar erneut verfilmt worden, wiederum in monumentaler Form. Daß man einmal ein Programm für CD-Brenner „Nero“ genannt hat, kann man am Rande erwähnen.