Nach dem erwähnten 2. Punischen Krieg, den Rom nach vieljährigen Kämpfen gegen die Karthager und Hannibal für sich hatte entscheiden können, existierte die Stadt Karthago im heutigen Tunesien noch weiter, wenn auch stark geschwächt und ohne das einstige Handelsimperium. Dem konservativen Großgrundbesitzer Marcus Porcius Cato (234–149 v.u.Z.), als Inhaber des Amtes eines Censors eine moralische Autorität, war das Fortbestehen des Erzfeindes Karthago ein Dorn im Auge, weshalb er jede Rede im Senat, über welches Thema auch immer, mit den berühmt gewordenen Worten „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam. – Übrigens bin ich der Meinung, daß Karthago zerstört werden muß.“ beschloß. Vergleichbar insistierende Äußerungen wurden seitdem als „Ceterum censeo“ tituliert. Im Lateinunterricht war dieses Zitat auch wegen der Verwendung des AcI (Akkusativ mit Infinitiv), des Gerundiums und der Alliteration mit dem dreifachen „c“ (gerne als hartes „k“ und damit passend zur Unerbittlichkeit der Forderung ausgesprochen) populär. Soweit das, was man als Bildungsgut bezeichnen kann (Abb. 1).

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Catos „Ceterum censeo“

  • Wolfgang Weimer

摘要

Nach dem erwähnten 2. Punischen Krieg, den Rom nach vieljährigen Kämpfen gegen die Karthager und Hannibal für sich hatte entscheiden können, existierte die Stadt Karthago im heutigen Tunesien noch weiter, wenn auch stark geschwächt und ohne das einstige Handelsimperium. Dem konservativen Großgrundbesitzer Marcus Porcius Cato (234–149 v.u.Z.), als Inhaber des Amtes eines Censors eine moralische Autorität, war das Fortbestehen des Erzfeindes Karthago ein Dorn im Auge, weshalb er jede Rede im Senat, über welches Thema auch immer, mit den berühmt gewordenen Worten „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam. – Übrigens bin ich der Meinung, daß Karthago zerstört werden muß.“ beschloß. Vergleichbar insistierende Äußerungen wurden seitdem als „Ceterum censeo“ tituliert. Im Lateinunterricht war dieses Zitat auch wegen der Verwendung des AcI (Akkusativ mit Infinitiv), des Gerundiums und der Alliteration mit dem dreifachen „c“ (gerne als hartes „k“ und damit passend zur Unerbittlichkeit der Forderung ausgesprochen) populär. Soweit das, was man als Bildungsgut bezeichnen kann (Abb. 1).