Wohlfahrtsanalyse und kollektive Entscheidung
摘要
Unter einer kollektiven Entscheidung versteht man die gemeinsame Entscheidung einer Gruppe mit in der Regel unterschiedlichen Präferenzen/Zielen. Die Gruppe kann grundsätzlich die Wahlberechtigten einer Institution sein, ein Unternehmen, die Gruppe der Stakeholder eines Unternehmens oder eine beliebige Gruppe von Wirtschaftssubjekten, welche eine gemeinsame Institution und gemeinsame Ziele verfolgen. Die Wohlfahrtsanalyse einer solchen Entscheidung versucht, die individuellen Interessen zu aggregieren und damit die Frage zu beantworten, inwiefern die gefundene Entscheidung oder die zu erwartende Entscheidung gemäß eines bestimmten Prozesses (etwa einer Wahl) zu einem kollektiv erwünschten Ergebnis führt. Das Thema kollektive Entscheidungen lässt sich im Wesentlichen in zwei Aspekte gliedern: einerseits die Frage, welche Entscheidung aus einer kollektiven Perspektive wünschenswert wäre, und andererseits, wie man zu einer kollektiven Entscheidung finden kann. Die erste Frage kann mit der Identifizierung einer Wohlfahrtsfunktion gleichgesetzt werden. Sie ist grundsätzlich rein theoretischer Natur. Ausgehend von den individuellen Präferenzen, welche realistischerweise niemals perfekt bekannt sind, versucht man eine gesellschaftlich optimale Aggregation dieser Präferenzen durchzuführen, in welcher einander widersprechende Ziele zu einem gemeinsam erwünschten Ausgleich gebracht werden. Die zweite Frage beschäftigt sich mit unterschiedlichen Institutionen, etwa Wahlverfahren oder Allokationsinstrumenten wie Märkten. Beide Aspekte sind jedoch sehr eng miteinander verknüpft, da man idealerweise versucht, Institutionen zu identifizieren, welche zum Wohlfahrtsoptimum führen. Das Kapitel geht der Frage nach, wie weit sich dies überhaupt beurteilen lässt und wo die Grenzen der Wohlfahrtsoptimierung liegen.