„Wir müssen uns das ja gefallen lassen“ – Beschäftigte im Einzelhandel unter Druck
摘要
Der Beitrag zeigt, dass Erwerbsarbeit im Einzelhandel nicht den Anforderungen einer demokratieförderlichen und soziablen Erwerbsarbeit entspricht. Während der Corona-Pandemie fand zudem ein schleichender Prozess der weiteren Abwertung der Arbeitsbedingungen der im Einzelhandel Beschäftigten statt. Selbst vergleichsweise simple Maßnahmen wie eine Bonuszahlung blieben den Verkäufer*innen verwehrt, während sich die Anforderungen weiter erhöhten und vor allem Beschäftigte mit Betreuungspflichten mit teils nicht mehr bewältigbaren (Vereinbarkeits-)Anforderungen zu kämpfen hatten. Dies zeigt sich in der Zunahme von Erschöpfung und Frustration, teils auch Kündigungen. Regelungen der Regierungen fokussierten selbst in Notsituationen nicht primär auf die Bedürfnisse der Beschäftigten mit Betreuungspflichten, sondern dienten der Aufrechterhaltung ihrer Beschäftigungsfähigkeit – ohne finanzielle Anerkennung. Ein wertschätzender Umgang mit den Beschäftigten ist jedoch möglich und notwendig.