Von Nutzungsfokussierungen und unmittelbarer Gefahrenabwehr über Ohnmachts- und Allmachtsgedanken zu einer Fetischisierung und Naturalisierung von Technologie – eine empirische Annäherung an Schüler*innenvorstellungen zur Digitalisierung
摘要
Das Thema ‚Digitalisierung‘ ist, insbesondere auch im Kontext von Bildung, derzeit omnipräsent. Bemerkenswert ist hierbei, dass neben Annäherungen an den Bildungsgegenstand ‚Digitalisierung‘, themenbezogenen Analysen von Bildungsmedien oder auch wissenschaftlichen und politischen Positionspapieren die Perspektive der Schüler*innen auf Digitalisierung vergleichsweise wenig Beachtung findet. Um Erfordernisse und Ansatzpunkte für eine lernwirksame Bildungsarbeit identifizieren zu können, sind daher mittels einer kombinierten Fragebogen- (n = 389) und Interviewstudie (n = 12) Schüler*innen-Vorstellungen zur Digitalisierung erhoben worden. Hierbei zeigt sich zum einen, dass die Schüler*innen einen sehr starken Fokus auf Nutzungsaspekte digitaler Medien sowie auf unmittelbare, interpersonale Gefahren (z. B. Cybermobbing und Hacking) legen; zum anderen werden Schwierigkeiten hinsichtlich der Identifizierung von Verantwortlichkeit sowie von demokratischen Gestaltungsmöglichkeiten kenntlich. Insbesondere die großen Tech-Unternehmen sehen viele Schüler*innen in einer quasi omnipotenten Position. Als Ausdruck eines gewissen Ohnmachtsgefühls können auch Konzeptualisierungen von Digitalisierungsprozessen als Naturphänomene durch die Schüler*innen begriffen werden.