Einführung
摘要
Die humanistische Geographie erwuchs in den 1970er Jahren aus der Skepsis heraus, dass ein szientistisches Verständnis von Welt den komplexen Verhältnissen des Menschen zu sich selbst, zu anderen Menschen sowie zu seiner nichtmenschlichen Umwelt gerecht werden könnte. Die humanistische Geographie knüpfte an die seit der Renaissance bestehende Tradition des Humanismus an, der zum Zentrum die unveräußerliche Würde des Menschen hat und auf Toleranz, die Befähigung des Menschen zur eigenen Lebensgestaltung, insbesondere unter Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen wie auch kritische Reflexionsfähigkeit ausgerichtet ist. Die auf Integration der leiblichen Gebundenheit des Menschen in die Welt und der Berücksichtigung von Gefühlen ausgerichtete und insbesondere im angelsächsischen Sprachraum verbreitete Subdisziplin verlor seit den späten 1980er Jahren an Bedeutung, u. a. weil sie von poststrukturalistischen Zugängen absorbiert wurde und in der new cultural geography weitgehend aufging, sodass sich heute nur noch wenige Geographinnen und Geographen zu ihr bekennen.