Zwischen Klimakrise und Studienwahl
摘要
Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse einer qualitativen Interviewstudie zu den biografischen Zukunftsvorstellungen von jungen Aktivist*innen der Klimaprotestbewegung Fridays for Future unter den Bedingungen einer ungewissen, krisenhaft-dystopischen gesellschaftlichen Zukunftsperspektive vor. Die Ergebnisse zeigen, dass die jungen Klimaaktivist*innen sich in ihrer persönlichen Zukunft als unmittelbar betroffen von den zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklungen und damit verbundenen potenziellen Bedrohungen betrachten. Das Konzept des Two Track Thinking im Sinne einer allgemeinen Trennung der beiden Zukunftsdimensionen ist auf das Zukunftsverhältnis der Befragten demnach nicht anzuwenden. Mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein und von zahlreichen Unsicherheiten und Ambivalenzen im Spannungsfeld zwischen den beiden Zukunftsebenen herausgefordert, entwickeln sie unterschiedliche Strategien der Aushandlung und Erschließung von Zukunft, die im Beitrag ausgeführt werden. Dabei spielen die Konstruktion einer aktivistischen Identität sowie die Orientierung an den eigenen gesellschaftlichen Utopien eine zentrale Rolle. Die Zukunftsressourcen Unsicherheitstoleranz, Vertrauen und das Prinzip Hoffnung stärken die Befragten auf ihrem Weg. Zum Abschluss des Beitrags werden die Implikationen für die Praxis zeitgemäßer Bildung diskutiert.