Überindividuelle Gefühle. Neophänomenologische Beschreibungspotenziale für die Ethnographie
摘要
Wie kann man Gefühle und das Fühlen selbst in empirischen Arbeiten adäquat repräsentieren? Dieser Fragestellung wird in dem Beitrag nachgegangen, indem die Ethnographie, eine Forschungsstrategie, die vor allem auf teilnehmenden Beobachtungen basiert, mit Ausschnitten der Neophänomenologie von Hermann Schmitz in einen Dialog gebracht wird. Schmitz’ Gefühlstheorie stützt sich darauf, affektive Phänomene räumlich zu verstehen, was mit einem Repertoire an Ausdifferenzierungen einhergeht. Die damit verbundene Sensibilität für unterschiedliche Nuancen des Emotionalen kann der Ethnographie dienlich sein. Versteht man die Neophänomenologie vor allem als ein Hilfsmittel, Phänomene in ihren Erscheinungsformen detailliert beobachten und beschreiben zu können, können die in der Ethnografie angestrebten ‚dichte Beschreibungen‘ hinsichtlich der Affektivität des Sozialen profitieren. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten werden in dem Beitrag ausgeleuchtet, indem die neophänomenologische Gefühlstheorie von Herangehensweisen der Emotionssoziologie abgegrenzt und für Beschreibungsformen der Ethnographie fruchtbar gemacht wird.