„Ein Riss ohne etwas, das zerreißt“. Zur Nachträglichkeit von Affekten und ihrer Erzählbarkeit
摘要
Mit ihrer überwiegenden Betonung von Prozessen und Werden argumentieren affekttheoretische Ansätze für eine komplexe Zeitlichkeit. Mit der Hinwendung zu unabgeschlossenen Verläufen und fluiden Phasen werden typische sozialwissenschaftliche Darstellungs- und Erzählweisen herausgefordert, sofern sie narrativen Verfahren, die einzig retrograde und zeitlich wohlgeordnete Erzählungen produzieren, folgen. Ich greife diesen Zusammenhang auf, um soziologische Beschreibungen von Affekten mit Denkfiguren der responsiven Phänomenologie ins Gespräch zu bringen. Im Anschluss an Bernhard Waldenfels hebe ich die Nachträglichkeit affizierender Wirkungen hervor und thematisiere sie an Erfahrungen ethnografischen Schreibens. Im Verlauf des Beitrags wird erkennbar, dass Fragen danach, wie von der Zeit des Affekts erzählt werden kann, eine soziologische Beschäftigung mit affektiven Dimensionen für weiterführende Möglichkeiten der Repräsentation und Performanz sensibilisiert.