Deutungsmuster als Erklärungsmodelle für Nahtoderfahrungsberichte
摘要
In der sozialwissenschaftlichen Annäherung an das Thema der Nahtoderfahrung kommt die vor mehr als zwanzig Jahren durchgeführte Studie der Soziologen Knoblauch/Schmied/Schnettler zum Schluss, dass es sich bei Nahtoderfahrungsberichten primär um ein «soziales Phänomen» handeln müsse, da die Berichte durch «äusserst divergierende und durch starke Idiosynkrasien geprägte Erfahrungsinhalte und deren narrative Darstellungsformen» äusserst divers ausfallen würden: «Die Divergenzen der inhaltlichen Ausgestaltung sowie der Deutung der Todesnäheerfahrung verweisen auf kulturelle Einflüsse, die nicht nur die Interpretation der Erfahrung, sondern auch die Erfahrungsinhalte selbst berühren.» In den westlichen Ländern sei das Phänomen bereits länger bekannt, weshalb es auch zu ausführlicheren Berichten, differenzierteren Deutungen und lebensweltlichen Einordnungen komme. Eine «standardisierte», allgemein gültige und verbreitete Struktur sei aber nicht zu erkennen, wenngleich einzelne Elemente durchaus wiederkehrend seien, diese aber in Kombination mit anderen Elementen äusserst heterogen auftreten könnten.