Die vorliegende Abhandlung gibt einen Überblick über aktuelle Fragestellungen der Umwelt- und Klimapolitik und stellt zentrale Themen kurz dar. Sie nimmt ihren Ausgang bei dem Werk von Hans Jonas über Das Prinzip Verantwortung, das vor dem Hintergrund des erwachenden Umweltbewusstseins in den 1970er-Jahren die außermenschliche Natur erstmals zu einem zentralen Gegenstand der Ethik gemacht hat. Nach einer Skizze des Stellenwerts der Umweltethik im Kontext der beiden Theorien des Anthropozentrismus und des Physiozentrismus werden zuerst die Hauptmerkmale der Umwelt- und Klimaethik geschildert. Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen wird eine ethische Pflicht zum Einsatz für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen entwickelt und die in der öffentlichen Diskussion zuweilen diskutierten Einwände gegen diese Pflicht dargestellt (und entkräftet). Wenn von einer ethischen Pflicht zum Umwelt- und Klimaschutz die Rede ist, stellt sich unweigerlich zuerst die Frage nach dem Ausmaß dieser Pflicht: Zu wie viel sind wir verpflichtet? Daraufhin folgt die Frage nach der Verteilung dieser Pflichten: Wie sind diese Pflichten zu verteilen? Wer steht mehr, wer weniger in der Pflicht – oder sind wir alle gleichermaßen und gleichmäßig verpflichtet? Ein Blick auf die Disziplin der (Umwelt-)Ethik und ihr Verhältnis zur Politik schließt die Ausführungen ab.

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Grundzüge einer aktuellen Umwelt- und Klimaethik

  • Harald Bergbauer

摘要

Die vorliegende Abhandlung gibt einen Überblick über aktuelle Fragestellungen der Umwelt- und Klimapolitik und stellt zentrale Themen kurz dar. Sie nimmt ihren Ausgang bei dem Werk von Hans Jonas über Das Prinzip Verantwortung, das vor dem Hintergrund des erwachenden Umweltbewusstseins in den 1970er-Jahren die außermenschliche Natur erstmals zu einem zentralen Gegenstand der Ethik gemacht hat. Nach einer Skizze des Stellenwerts der Umweltethik im Kontext der beiden Theorien des Anthropozentrismus und des Physiozentrismus werden zuerst die Hauptmerkmale der Umwelt- und Klimaethik geschildert. Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen wird eine ethische Pflicht zum Einsatz für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen entwickelt und die in der öffentlichen Diskussion zuweilen diskutierten Einwände gegen diese Pflicht dargestellt (und entkräftet). Wenn von einer ethischen Pflicht zum Umwelt- und Klimaschutz die Rede ist, stellt sich unweigerlich zuerst die Frage nach dem Ausmaß dieser Pflicht: Zu wie viel sind wir verpflichtet? Daraufhin folgt die Frage nach der Verteilung dieser Pflichten: Wie sind diese Pflichten zu verteilen? Wer steht mehr, wer weniger in der Pflicht – oder sind wir alle gleichermaßen und gleichmäßig verpflichtet? Ein Blick auf die Disziplin der (Umwelt-)Ethik und ihr Verhältnis zur Politik schließt die Ausführungen ab.