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Supply Chain Finance

  • Alwin Locker,
  • Pan Theo Grosse-Ruyken

摘要

An Supply Chain Finance werden hohe Erwartungen geknüpft. Supply Chain Finance verknüpft physische und finanzielle Flüsse in der Supply Chain zur Optimierung von Cashflow, Kapital- und Prozesskosten sowie Steuern. Die britische und niederländische Regierung haben beispielsweise eine nationale Initiative zur Förderung von Supply Chain Finance lanciert, auch die Schweiz fördert Supply-Chain-Initiativen wie das Projekt „Collaborative Financial Supply Chain Management“. Supply Chain Finance erweitert die klassischen Gestaltungsfelder des Supply Chain Management – Material- und Informationsflüsse – um den Fluss der Finanzmittel. Die Weltbankgruppe schätzt die Finanzierungslücke zwischen formellen Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KKMU) in Entwicklungsländern auf 18 % des BIP. Darüber hinaus besteht ein potenzieller Bedarf an Finanzierungen bei informellen KKMUs, der in diesen Ländern 11 % des BIP erreicht. Die Finanzierungslücke der KKMUs als Prozentsatz des BIP variiert erheblich zwischen den Regionen und reicht von etwa 19 % in Südostasien bis zu 43 % in Afrika südlich der Sahara. Diese Finanzierungslücke ist besonders besorgniserregend, da KMUs ein wichtiger Motor für Handel, wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung sind. Das Just-in-time-Konzept des Materialflusses soll dabei bildlich auf den Finanzfluss übertragen werden, sodass Kapital effizient fließt und dort zur Verfügung steht, wo es benötigt wird – ganz im Sinne eines „Just-in-time-Cashflow“. Eine einheitliche Definition von Supply Chain Finance liegt bisher noch nicht vor. In großen Unternehmen wie beispielsweise Nestlé, Siemens, Nike, Pepsico oder Home Depot finden sich Funktionen des „Head of Supply Chain Finance“, die sich um diese Themen kümmern. In Europa entwickelt sich diese Aufgabe erst allmählich, sodass die Schnittstelle von Finanzen mit Einkauf und Supply Chain Management in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen wird.